Fahrradstadt Karlsruhe


Die Stadt verfügt über ein weitläufiges Radwegenetz und wird von mehreren Fernradrouten gequert. Seit Mitte 2017 lockt sogar
eine "Grüne Route" Radfahrer zu einer Fahrt durch die Natur im Bereich der Stadt.



Bahnhofstraße Südende


Karlsruhe
gehört 2017 zu den Spitzenreitern unter den fahrradfreundlichsten Großstädten mit über 200 000 Einwohnern.
Beim Städteranking 2016 liegt Karlsruhe (Note 3,09) knapp nach Münster (Note 3,07) vor Freiburg (3,28)
auf dem zweiten Platz.
 
   
Fahrradverleihstation am Bahnhofplatz
Die "Fächerräder" gehören zum überregionalen automatischen Verleihsystem von
nextbike. Die Räder können an festen Verleihterminals ausgeliehen
und an den Terminals und in der Kernzone an jeder Straßenkreuzung wieder abgestellt werden.


E-Bike-Station am Bahnhofsplatz
(Das Schild "Heimat" im Mittelgrund rechts kennzeichnet den Eingang zu einer Party-Location.)


E-Bike-Station am Berliner Platz


Bahnhofvorplatz
An diesem Abstellplatz deutet
sich aber auch bereits die Kehrseite der in Karlsruhe erfreulich intensiven Fahrradbenutzung an.

Laut BNN vom 25. April 2014 gilt Karlsruhe "mit fast 25% abgasfreiem Zweiradanteil am urbanen Mobilitätsmix . . . "
 regelmäßig als Paradebeispiel für eine positive Stadtentwicklung.


       
Automatische Radfahrerzählung in der Erbprinzenstraße
Am 30. April
sind hier bis 9.24 Uhr schon 1239 Radfahrer vorbeigefahren, in den ersten vier Monaten des Jahres 2014 waren
es bereits über 500 000
. Nachtrag 2015, ganz rechts: Die Skalierung des Zählers wurde auf 2 Millionen geändert. Bis Mitte
Dezember waren es schon fast 1,8 Millionen Radfahrer



Die Stadt bemüht sich erfreulicherweise seit  Jahren darum,  mit Fahrradstraßen, Fahrradwegen, Radfahrstreifen, Sonderregelungen
in ausgewählten Einbahnstraßen und - leider stets zu wenigen - Abstellplätzen das Radfahren in der Stadt sicherer und angenehmer
zu machen und so den Anteil des Radverkehrs immer weiter zum Nutzen der Umwelt zu erhöhen.

Hier einige Beispiele



Erbprinzenstraße/Friedrichsplatz- Blick nach Westen
Eine Fahrradstraße verläuft südlich der Kaiserstraße durch die City.


Die Sophienstraße ist eine Fahrradstraße.


Bahnhofstraße - Blick nach Norden
Ende Oktober 2015 wurde auch die  Bahnhofstraße als  Fahrradstraße ausgeschildert. Aber durch die
Straße fährt ein Linienbus, die Straße
wird von Taxis ständig genutzt, die meisten Anlieger besitzen ein
Auto, viele  Stadtgartenbesucher - auch Ausländer - parken hier.  Da  fragt man sich schon, ob es  eine
sinnvolle Aktion war, hier eine neue konfliktträchtige Situation zu schaffen.


       
Cityrouten queren die Stadt südlich und nördlich der Haupteinkaufsstraße/Kaiserstraße.

   
Kreuzung Karlstraße/Kriegsstraße - Blick nach Norden
Die Karlstraße wurde fast durchgehend mit extra Spuren für Radfahrer (blaues Schild = benutzungspflichtiger ! Radweg) versehen.



Kreuzung Schwarzwaldstraße/Ebertstraße
Zur Erhöhung der Sicherheit können die Radfahrer auf dem aufgeweiteten Radaufstellstreifen
vor den Kraftfahrzeugen ihre Fahrtrichtung deutlich erkennbar wählen.



Und hier nun zwei Schilderkombinationen, die öfter
Verwirrung stiften:

   
Linkes Bild: Hier handelt es sich um einen Fußweg, nicht um einen Radweg. Dieser Gehweg darf jedoch auch von Radfahrern
mit der entsprechenden  Rücksicht auf die  Fußgänger
(d. h. nur mit  Schrittgeschwindigkeit, wenn nötig warten!) benutzt werden.
Rechtes Bild: Diese Einbahnstraße ist durch das kleine Zusatzschild "Radfahrer frei" für Radfahrer auch entgegen der Einbahn-
straßenrichtung zu befahren. Nicht alle Radfahrer scheinen aber zu wissen oder zur Kenntnis zu nehmen, dass Fahren gegen die
Einbahnstraßenrichtung aber nur dann erlaubt ist, wenn das Zusatzschild "Radfahrer frei" vorhanden ist.


Und noch weitere Situationen, die zu Unklarheiten zwischen Radfahrern und Fußgängern führen:


Radweg in der westlichen Bahnhofstraße
Hier handelt es sich um einen "nicht benutzungspflichtigen  Radweg", der baulich als Radweg
erkennbar, aber nicht mit dem Verkehrszeichen "Radweg" versehen ist. Dadurch sind Mißver-
ständnisse zwischen Fußgängern und Radfahrern vorprogrammiert . . .


Abfahrt Tiergartenbrücke zur Bahnhofstraße
Der rechte Abzweig ist  deutlich als Fußweg ausgeschildert,
das Schild "Fußgänger" an dem rechten Abzweig wird aber von vielen Radfahrern
 leider nicht enst genommen.
Der linke Abzweig verleitet immer noch dazu, einfach auf dem anschließendem Fußweg weiter in Richtung Bahnhof
zu fahren. 

Da ständig Radfahrer, die von der Brücke kommen beide Fußwege benutzen, wäre es sicher
besser, hier eine  Leitmarkierung für die Radfahrer
aufzubringen
und auch den linken Fußweg mit einem entsprechenden Schild (s.u.) zu versehen.



Und unten noch ein paar Bilder zum Radfahren auf dem Fußweg in der Bahnhofstraße - sonst glaubt's einem ja keiner . . .

           


   

Und wenn man von Radfahrern auf dem Fußweg nach einem entsprechenden Hinweis als Arschloch oder Nazi beschimpft
wird, nimmt die Freude an der Fahrradstadt allmählich doch ab und weicht Überlegungen, wie man sich zusammenschließen
und gegen uneinsichtige Radfahrer wehren könnte . . .

So kommt es also zu einer
Fahrradstadt mit Problemen

Leider sind bei der großen Zahl der Radfahrer - wie bei den anderen Verkehrsteilnehmern auch - viele dabei,
denen der individuelle Vorteil über Verkehrsregeln und Rücksichtnahme geht.


Das Rad ist zwar grün - gehört aber trotzdem nicht ins Grüne  . . .

Heißt es nicht immer, Radfahrer wären besonders umweltfreundlich?
Fußgänger sind noch umweltfreundlicher . . .


Hier noch ein besonders krasses Beispiel
Die Pflanzen können ruhig beschädigt werden, Hauptsache man kann 30 Meter weiter fahren . . .
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Lammstraße, Blick von Süden               Brücken über die Kriegsstraße               Ritterstraße, Blick von Norden

Deutlich als Fußweg beschildert und extra Hinweise zum Absteigen - aber das ist fast allen Radlern hier egal.


Nachtrag 2017: Die Brücke bei der Ritterstraße ist mittlerweile abgebrochen, dafür wird die Brücke Lammstraße
umso mehr widerrechtlich von Radfahrern befahren.


 
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Seit Jahren stellt das Abstellen von Fahrrädern im Eingangsbereich des Hauptbahnhofs ein Problem dar.



Die linke Hälfte des Eingangsbereichs ist 2012 mit Fahrrädern zugestellt.



2013 sieht es nicht besser aus.



Auch Halteverbotsschild und Hinweisschild Rettungs-/Fluchtweg bringen 2014 keine Besserung.

Leider sieht es nun seit Jahren vor dem Eingang so chaotisch aus. Es ist absolut unverständlich,
dass die Stadt an einer ihrer wichtigsten Eingangspforten nicht für Ordnung sorgen kann.


2014 versuchte man (s.u.) nun wieder einmal, das wilde Abstellen der Räder in den Griff zu bekommen. Es wurden Fahradständer
aufgestellt, ein Parkbereich markiert und mehrere Verbots- und Hinweisschilder angebracht.


   

Was es genützt hat, kann man auf den folgenden Bildern sehen sehen . . .

   
Anscheinend beeindruckt der  Hinweis auf das "Abschleppen" der nicht in  Fahrradständern unter dem  Vordach abgestellten Fahrräder viele
Radfahrer nicht. Allerdings ist das auch nicht verwunderlich, wenn der Hinweis auf das "Abschleppen" offensichtlich nicht wahr gemacht wird.

Leider verstärkt man dadurch den Eindruck, dass Regeln/Verbote insgesamt von Radfahrern nicht befolgt werden müssen.



Soziales Verhalten ist bei diesen Radfahrern, die andere und den Bahnhofszugang rücksichtslos zuparken, offenbar nicht besonders ausgeprägt.


2015 - keine Besserung

   
2017 - Fahrräder vor dem Haupteingang - die kleinen weißen Pfeile deuten die Lage der Fahrradständer an
Seit mehr als drei Jahren wird Radfahrern hier nun beigebracht, dass Verkehrsschilder/Hinweise nicht beachtet werden müssen. Hier machen sich
Stadt und Bahnhof seit Jahren lächerlich. Und dass alle ordentlich in den Fahrradständern abgestellten Räder durch eine zweite Reihe von Rädern
rücksichtslos zugeparkt werden, zeugt auch nicht gerade von sozialem Verhalten vieler Radfahrer.

So bleibt es wohl auch weiterhin dabei, dass der erste Eindruck von Karlsruhe für
Besucher, die mit der Bahn anreisen,
ein recht unerfreulicher ist . . .



Und in 250 m Entfernung vom Hauptbahnhof sind in der Victor-Gollancz-Straße immer Abstellplätze frei . . .

Auch das Fahren auf dem Bürgersteig/Fussweg ist für zu viele Radfahrer selbstverständlich. Hier ein paar Beispiele.

       
Die Bahnhofstraße hat geringen Verkehr, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer und ist relativ breit - muss man da dennoch auf dem
 Fußweg fahren?

Nachtrag:
Seit Oktober 2015 ist sie sogar eine benutzungspflichtige Fahrradstraße - trotzdem fahren (s. u.)  immer wieder Radfahrer auf dem Gehweg.

   
Die Personen wurden verpixelt
.    
   

Und unten weitere Beispiele für die Nichtbeachtung eines Fußwegs (die nächsten vier Bilder von 2013)


   

Gehweg/Fußgängerbereich am Ettlinger-Tor-Center


   


Telefonieren auf dem Fahrrad im Fußgängerbereich - beides verboten . . .


Durlacher Tor
Leider könnte man diese Bilder noch beliebig vermehren, aber diese sollen genügen, um das Problem aufzuzeigen.



Karlstraße

 Der schmale Fussweg wird
immer wieder durch unvernünftig abgestellte Fahrräder unnötigerweise noch weiter eingeengt.


Ettlinger Straße


Gartenstraße - vor dem Goethe-Gymnasium

   
Stadtgartenvorplatz

Soziales Verhalten scheint leider manchen Radfahrern fremd zu sein . . . oder sind die zu dumm zum Lesen?



Bahnhofstraße
Der Durchgang wird durch Fahrräder stark eingeengt - ein Kinderwagen kommt nur noch schlecht durch . . .



Radfahrer bei "Rot" über die Straße



Mühlburger Tor


Andere warten - der Radfahrer fährt . . .


Kreuzung Hermann-Billing-Straße/Ettlinger Straße/



Und noch ein Problem, das in der dunklen Jahrszeit besonders auffällt: Viele Fahrräder haben mit Nabendynamo
und LED-Lampe ein sehr helles Licht. Oft ist aber der vordere  Scheinwerfer so  eingestellt, dass er stark blendet.
Da kommt die Frage nach einem TÜV für Fahrräder auf . . .



Die meisten Verkehrsteilnehmer verhalten sich korrekt - aber es gibt leider immer mehr Ausnahmen . . .

Karlsruhe - Fahrradrüpelstadt?


In den BNN häufen sich in den letzten Jahren Leserbriefe, die das Verhalten vieler Radfahrer in der Stadt anprangern,
was zeigt, dass der Unmut immer größer wird.

Hier ein typischer Leserbrief:

Quelle: BNN vom 23. 08. 2014/Nr. 194/Seite 26 (Der Name wurde verpixelt)


       

Hier mal wieder ein paar Beispiele, wie sich Karlsruher Radfahrer an Verkehrsregeln halten.
Die fünf Bilder wurden innerhalb von vier Minuten aufgenommen . . .

   

Um anzudeuten, dass sich die Situation nicht verbessert hat, hier unten ein paar Bilder von 2016

   
Vielen Radfahrern scheinen weiterhin die Verkehrsregeln egal zu sein.

Und hier noch ein paar Bilder wie Radfahrer die Verkehrsregelung beim  Weihnachtsmarkt (Aufbau) 2016 ignorieren.












Sieben Radfahrer, die Absperrung und Verbotsschild ignorieren in drei MInuten. Das macht 140
falsch fahrende Radfahrer in einer Stunde, am Tag mindestens 1000! Das ist schon eine seltsame
Auffassung von gemeinsamer Verkehrsteilnahme.

Und wenn die Straße ganz abgesperrt ist, fährt man halt über den Gehweg . . . .







Die Übertretungen werden nicht zur Kenntnis genommen. So konditioniert man Verkehrssünder . . .
Aber das ist anscheinend in der Fahrradstadt Karlsruhe egal - wenn's Radfahrer sind.

Es wäre schade, wenn die vielen "ordentlichen"  Radler unter  Maßnahmen, die gegen Fahrradrüpel ergriffen werden (müssten!),
leiden würden. Aber es wäre nicht verwunderlich, wenn z. B. Forderungen nach TÜV - und
Kennzeichenpflicht und Haftpflichtver-
sicherung
für Fahrräder - erhoben würden, oder wenn sich irgendwann eine Art privater "Fußgängerwehr" etablieren würde . . .

Radfahren ist gerade im weitgehend ebenen Karlsruhe eine sehr sinnvolle Fortbewegung,
da sollte es nicht ständig durch Unvernünftige in Mißkredit gebracht werden.


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