Geoprofil Karlsruhe
Virtuelle Exkursion durch Karlsruhe vom Turmberg bis zum Rhein

Dieser Querschnitt durch Karlsruhe soll einen kurzen Überblick über die Stadt ermöglichen. Über Sprungmarken kann
man bei Bedarf zu den entsprechenden ausführlichen Kapiteln kommen.
Mit der Straßenbahn (im Folgenden beschriebene Route) ist das eine Tagesexkursion - aber man kann die Route natürlich auch in Teilbereiche wie Turmberg mit Durlach, Innenstadt oder Daxlanden mit Hafen und Rhein aufteilen.


Mit Straßenbahn nach Durlach Endstation

Zu Fuß über Bergbahnstraße/Turmbergstraße Aufstieg auf den Turmberg

 
Der Turmberg über Durlach ist der "Hausberg" von Karlsruhe.

Man folgt der Turmbergstraße nach oben und biegt am Anfang des Burgwegs in einen schmalen, steilen Weg halbrechts ein.


Aufschluss Wellenkalk
Rechts am Wegrand findet man beim Aufstieg diesen Aufschluss des unteren Muschelkalks
.


Wellenkalk
Deutlich sind die dünnen, leicht gewellten Schichten des grauen Gesteins zu sehen.

Bei der Bergstation der Turmbergbahn weiter auf den Turm oder (wenn noch geschlossen) zur Aussichtsplattform

   
Die ehemalige Burgstelle mit Bergfried
Im Bereich einer älteren Wohnturmburg der Grafen von Hohenberg aus dem 11. Jhdt. wurde der Bergfried - als Ersatz für einen Vorgänger - in der ersten Hälfte des 13. Jhdts. erbaut. Später kam die Burg in den Besitz der Markgrafen von Baden. Bei der Zerstörung Durlachs 1689 brannte auch dieser Turm aus. Nach langem Leerstand wurde dann der Turm Anfang des 19. Jhdts. wieder instandgesetzt und schon gegen Ende des Jahrhunderts mit einer Gastwirtschaft ergänzt. Früher gelangte man  aus wehrtechnischen Gründen nur über eine Leiter durch den  spitzbogigen, gotischen Eingang (Bild rechts) in über 12 m Höhe in den Turm . Auf dem linken Bild sieht man den später angebauten Treppenturm zur hochgelegenen Eingangsplattform.


Aussicht von Turm oder Plattform - Blick nach Westen
Bei klarem Wetter kann man vom Turm (in Richtung der Durlacher Allee in der Bildmitte) quer über den gesamten Oberrheingraben bis zur westlichen Grabenflanke, dem Pfälzerwald - in ca. 45 Km - Entfernung sehen. Eine Interpretationsskizze folgt mit dem nächsten Bild. Deutlich erkennbar ist die ovale Altstadt Durlachs an den roten Ziegeldächern im Mittelgrund. Sie ist von einem weiten Ring neuerer Häuser umgeben. Es wird auch sichtbar, dass die Stadt Karlsruhe großenteils von Wald umgeben ist.


Interpretationsskizze

Mit der Bergbahn wieder nach unten, Gang zum Schloss


Durlach - Schloss
Entwicklung von Durlach: Die "Mutter" Karlsruhes liegt - wie viele Städte - am  Treffpunkt zweier Verkehrsleitlinien, hier sind es das Pfinztal und der östliche Rand des Oberrheingrabens. Diese Siedlungsgunst erkannten schon die Römer, die an einer römischen Straße in der Vorbergzone eine villa rustica erbauten. Durlach wurde Ende des 12. Jhdts. auf einer Kiesinsel im Bereich der Kinzig-Murg-Rinne von den Staufern gegründet und ist 1196 als "oppidum" genannt. Die Kleinstadt mit Ackerbürgern und Handwerkern wurde im 14./15. Jhdt. nach Osten erweitert. 1565 wurde die Stadt Residenz der Markgrafen von Baden und erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach der Zerstörung 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Durlach zwar wieder aufgebaut, verlor aber dann ab 1715 mit der Gründung Karlsruhes als Residenz an Bedeutung. Durlach wird wieder Ackerbürgerstadt. Das Industriezeitalter brachte mit mehreren Fabriken einen erneuten Aufschwung. 1938 wurde Durlach von den Nationalsozialisten trotz Widerstands der Bürger nach Karlsruhe eingemeindet.

Am Weiherhofbad vorbei durch Stadtgraben zum Basler Tor


Basler Tor, Stadtmauer und Stadtgraben von Osten
Die Stadt war von einem Mauerring umgeben, der an einigen Stellen noch erkennbar ist.


Blick über den alten Friedhof vor den Toren der damaligen Stadt
  Rechts die Nikolauskapelle, dann folgt das Basler Tor und links im Hintergrund der Turm der ev. Stadtkirche. 

Durch Tor, Amthausstraße zum Rathaus


Modellhäuser in der Amthausstraße
Markgraf Friedrich Magnus wollte seine Stadt nach dem Großen Brand 1689 städtischer und prächtiger wieder aufbauen. Die Häuser sollten - einem vorgegebenem Modell entsprechend - traufständig stehen, eine geschlossene Häuserfront bilden, mindestens zweistöckig sein und die Straßenseite musste aus Stein gebaut sein - das "bäuerliche" Fachwerk sollte nicht mehr das Bild der Stadt bestimmen.


Rathaus und Kirche

Um den Marktplatz angeordnet, bilden das barocke Rathaus, die evangelische Stadtkirche und das frühere Gasthaus Krone auch heute noch das Zentrum des Stadtteils. Sowohl Rathaus als auch Kirche wurden nach der Zerstörung der Stadt 1689 wieder aufgebaut. Die Tradition des Marktes blieb bis heute erhalten.

Durch Pfinztalstraße nach Westen


Die Pfinztalstraße, die Hauptstraße Durlachs


Blick von der Pfinztalstraße auf das Gebäude P 90 -  ehemaliges Verwaltungsgebäude der BMD/"Seboldwerke"
Ende des 19. Jhds begann Sebold mit der Herstellung von Maschinen zur Streichholzproduktion. Mit der Ausweitung auf den Bau weiterer Maschinen und schließlich dem Bau einer eigenen Gießerei entwickelten sich die späteren Badischen Maschinenwerke Durlach (BMD) als Teil von Durlachs Industrie zu einem wichtigen Arbeitgeber der Region. Nach diversen Besitzerwechseln wird der Standort in Durlach Anfang des 21. Jhds geschlossen. Damit entstand die Situation, dass am Rand des Stadtteils das ehemalige Industriegebiet einer neuen Nutzung zugeführt werden musste. Nach der Konversion befindet sich heute hier ein Gewerbe- und Dienstleistungszentrum.

Rundgang durch das ehemalige Fabrikgelände


Ehemalige Werkshallen - die linke Halle ist bereits teilweise saniert und in Büros umgewandelt.

Zurück zur Haltestelle Friedrichschule, Fahrt  nach Karlsruhe/Marktplatz, durch Kreuzstraße (!!!) zum Schlossplatz

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Karlsruher Schloss
Das Barockschloss - die Keimzelle der Stadt - ist das Zentrum einer sternförmigen Plananlage des Absolutismus, der Grundstein wurde 1715 durch den Markgraf Karl Wilhelm von Baden gelegt. Ein erstes Schloss wurde 1749 bereits durch einen Neubau ersetzt, dieser Bau brannte im September 1944 aus und wurde später (1954 - 1965) im alten Stil wieder hergestellt.
Vom achteckigen Schlossturm gehen insgesamt 32 Radialstraßen aus. Radialstraßen begrenzten im Westen und Osten den ersten Stadtbereich und bildeten mit sieben weiteren südlichen Stadtstraßen die eigentliche Fächerstadt. Schlosshof, Schlossplatz und Straßen (Innerer und Äußerer "Zirkel") trennten Schloss und Stadt. Im anschließenden Stadtbereich lagen schlossnah Regierungs- und Verwaltungsgebäude sowie die höherstöckigen Häuser des Adels, dann folgten damals niedrigere Bürgerhäuser. Diese ständisch gegliederte Abfolge wurde aber bald durchbrochen.  Heute befindet sich im Schloss das Badische Landesmuseum.                                         Für einen ausführlichen Gang durch die Innenstadt das Bild anklicken.

Weiter zum Marktplatz


Marktplatz/Blick von Norden

Der Platz ist geprägt durch ein monumentales Gegenüber der achsensymmetrischen Bauwerke von Weinbrenner: Rathaus und Evangelische Stadtkirche.  Im Mittelgrund der Ludwigsbrunnen. Heute bietet der Marktplatz ein harmonisches Bild eines klassizistischen Platzes.

Durch die Karl-Friedrich-Straße zum Rondellplatz und ins Ettlinger-Tor-Zentrum

 
Einkaufszentrum Etttlinger Tor
Hier blicken wir über den Rondellplatz auf das Einkaufszentrum Ettlinger Tor, das im Herbst 2005 eröffnet wurde. Ein innerstädtischer Block wurde für den Bau weitgehend abgerissen. Die Fassade eines alten Gebäude (Denkmalschutz!) wurde in das neue Zentrum integriert. Insgesamt entstanden in der Einkaufspassage ca. 130 Geschäfte, Cafes, Restaurants und Dienstleistungsbetriebe auf ca. 34 000 qm Fläche. Dazu kommen  4 000 qm Büro- und Praxisflächen. Eine Tiefgarage stellt 900 Stellplätze zur Verfügung. Der Obelisk in der Mitte des Platzes erinnert an die Badische Verfassung, die  in Deutschland eine der besten und liberalsten war. Sie wurde bereits 1818 unter Großherzog Karl verkündet.

    
Die Einkaufspassage

Über Ettlinger-Tor-Platz auf den K-Punkt

 
Infopavillon zur Kombilösung
Der "Infopavillon" wurde Ende April 2010 eröffnet und bekam den Namen "K. " (K-Punkt). Im Innenraum des Pavillons werden Informationen zur Kombilösung zur Verfügung gestellt und von der erhöhten Aussichtsplattform am Westende wird man demnächst die Baugrube für die U-Bahn am Ettlinger Tor betrachten können.
Kombilösung
Die Karlsruher Hauptstraße, die Kaiserstraße, ist  - durch den Erfolg der S-Bahnen vom Stadtzentrum ins Umland - die Hauptachse des Schienenverkehrs durch die Stadt geworden. Zur Hauptverkehrszeit fährt fast eine Bahn hinter der anderen durch den mittleren Bereich (zw. Europaplatz und Marktplatz) der Karlsruher Einkaufsstraße. Was auf der einen Seite die Erreichbarkeit des Zentrums fördert, ist nun andererseits zur Belastung geworden. Deshalb wurde um die Jahreswende 2009/2010 von der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) mit dem Bau einer U-Bahn/U-Strab begonnen, um so den störend gewordene Straßenbahnverkehr von der Oberfläche der Kaiserstraße in die Tiefe zu verlegen.

Unter der Kombilösung versteht man die Kombination  des U-Bahnbaus unter der Kaiserstraße mit verkehrstechnischen Umbauten im Bereich der Kriegsstraße. Der U-Bahn-Tunnel soll unter der Kaiserstraße vom Helmholtz-Gymnasium im Westen bis zum Gottesauer Platzim Osten führen, am Markplatz gibt es einen unterirdischen Abzweig nach Süden bis zur Augartenstraße. Die Kriegsstraße/B 10 erhält ungefähr vom Karlstor bis in die Ludwig-Erhardt-Allee einen Straßentunnel.  Auf diesem Tunnel gibt es eine neue Straßenbahnlinie durch die Kriegsstraße, die innerstädtische Barriere durch die vielbefahrene, mehrspurige B 10 wird durch die Untertunnelung und den Rückbau der heutigen Straße aufgehoben.

Die kriegsstraße weiter am Theater und Renaissance-Hotel vorbei zur Esplanade hinter Scheck-In

 
Esplanade vor Südseite der Landesbank Baden-Württemberg
 Die Landesbank Baden-Württemberg hat einen ihrer drei Hauptsitze in Karlsruhe. Das Gebäude in Blitzform bildet heute mit dem Scheck-In-Komplex einen Teil des Nordabschlusses der Südoststadt.


Blick von der Esplanade zur Südoststadt
Auf dem Gelände des früheren Bundesbahnausbesserungswerks entsteht im Südosten der Stadt ein neues Stadtviertel. Am Ende der Ausbauphase sollen in dem neuen Stadtteil  ungefähr 5000 Menschen wohnen. Mittlerweile (2008) peilt man die Fertigstellung der Wohnblöcke für das Jahr 2012 an.

Zurück in die Fritz-Erler-Straße

 
Blick über den Mendelssohnplatz zur Heinrich-Hübsch-Schule
Wir befinden uns nun am Rand des Sanierungsgebiets Dörfle. Die Karlsruher Stadtsanierung fand als eine der ersten  großen Sanierungen (Anfangsphase seit 1961) internationale Beachtung. Der in den Anfangsjahren von Karlsruhe etwas planlos entstandene Stadtteil "Dörfle" war zunächst das Viertel einfacher Handwerker und Arbeiter, und ohne großen Aufwand erbaut (verbaut) worden. Nachfolgende Verdichtungen (v.a. Bebauung der Hinterhöfe) führten zu hoher Bevölkerungs- und Gewerbedichte. Die einfachen und billigen Wohnungen wurden nach dem Krieg das Quartier für Alte, Ausländer und Studenten. Die Wohnqualität nahm im Laufe der Zeit weiter ab. Zudem entwickelte sich hier das "Vergnügungsviertel" von Karlsruhe. So führten sehr kleinräumige Bebauung, geringe Freiräume, Mangel an Licht, Luft und Sonne, ungesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse, schlechte Bausubstanz und unausgeglichene Bevölkerungstruktur zur Notwendigkeit der Sanierung.
Die im Bild sichtbare Fritz-Erler-Straße ist ein Beispiel der zunächst vorgenommenen Flächensanierung. Der gesamte alte Baubestand wurde hier abgerissen und eine neue Prachtstraße durch den Stadtteil gebaut. Nach zunehmender Kritik an der Flächensanierung  ging man in einer späteren Phase zur Objektsanierung über.

Über die Markgrafenstraße zum Waldhornplatz


Blick in Straße am Künstlerhaus
 Nachdem große Teile des alten "Dörfles" der Flächensanierung zum Opfer gefallen waren, entschloss man sich, die Sanierung für den Rest des Stadtteils als Objektsanierung durchzuführen. Hier ein Blick in die Straße "Am Künstlerhaus", die nun erneuert an das alte Dörfle erinnert.

Über Waldhornstraße zum Kronenplatz


Baufeld Kronenplatz der Kombilösung
Hier wird auf der nördlichen Seite von Berliner Platz/Kaiserstraße die erste Hälfte der zukünftigen Haltestelle  gebaut.

Gang durch die Kaiserstraße zum Marktplatz. Von dort mit Straßenbahn nach Daxlanden/Waidweg
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Daxlanden Blick zur Malwenstraße
Das alte Haus im Hintergrund steht deutlich höher als das rote Haus. Die alten Gebäude standen alle auf der höheren Niederterrasse, dem Hochgestade, um nah am Rhein, aber trotzdem vor dem regelmäßigem Hochwasser des Rheins etwas geschützt zu sein. Das rote Haus liegt direkt am Hochufer und dem Tiefgestade (Vordergrund). Nach der Rheinkorrektion und dem Dammbau war nun auch diese tiefere Lage hochwassersicher.
Daxlanden
Der Ort ist sehr alt. Schon um 1000 als Daherslar  erwähnt, später Daslar, ab dem 17. Jhdt. Daxlanden. Wegen Zerstörungen durch Rheinhochwasser musste die Siedlung mehrfach verlegt werden, 1651 wurde die Kirche vernichtet, immer wieder ging Ackerland verloren. Bis zur Rheinkorrektion lag Daxlanden auf einem Vorsprung zwischen der Albniederung und dem Fluss, es gab eine Fähre in die Pfalz, eine Schiffs- und Zollstation und einen Ausladeplatz für Güter. Viele Einwohner waren deshalb früher außer Bauern auch Schiffer oder Fischer.


Alte Rheinläufe bei Daxlanden

Veränderter Kartenausschnitt: in Anlehnung an Thürach (1912) wurden alte Rheinläufe türkisgrün, der begradigte Rhein und die Alb blau eingezeichnet.
Quelle: Karte des Deutschen Reiches 1 : 100 000,Umgebung von Karlsruhe, Durlach, Ettlingen u. Rastatt ,Reichsamt für Landesaufnahme, Berlin (Zusammendruck 1941),
Daxlandent wandelte sich allmählich von einem Bauern- und Fischerort zum Arbeiterwohnort und wurde 1910 mit dem Gelände für den Hafenausbau nach Karlsruhe eingemeindet.

Gang zur Goldgrundstraße

 
Schild "Goldgrundstraße".
 Im Rhein wurde früher Gold gewaschen, das in winzigen Goldflittern von den Alpen bis in den Rheingraben transportiert worden war.  Besonders am Kopf neugebildeter Inseln im Strombereich lagerten sich die Goldteilchen ab. Mit der Rheinkorrektion verlagerte sich der Strom nicht mehr, es bildeten sich keine neuen Goldlagerstätten (Goldseifen) und die - schon immer nicht sehr ergiebige - Goldwäscherei lohnte sich überhaupt nicht mehr. 

Weiter durch die Pfarrstraße

    
Pfarrstraße 53                                                                                                          
Viele Häuser in Daxlanden stammen aus der Zeit vor der Gründung Karlsruhes, als die heute eingemeindeten Siedlungen noch selbständige Gemeinden waren. Dieses Fachwerkhaus wurde 1711 gebaut.

 
  Künstlerkneipe in der Pfarrstraße
Das ehemalige Gasthaus Krone stammt aus dem 19. Jhdt. und wurde mehrfach um- und ausgebaut. Zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jhdt war das Wirtshaus ein beliebter Treffpunkt von Karlsruher Künstlern, von denen noch Werke in den Gasträumen zu sehen sind. Aus dieser Zeit stammt der Name "Künstlerkneipe".
Über die Hahnenstraße zur Fettweisstraße
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Fettweisstraße 28-32
Das Tanklager Karlsruhe gehört zur Oiltanking GmbH, einem der weltweit größten Betreiber von Lagern für Mineralöle, Chemikalien und Gase.

Rheinhafen

Als Nachfolger des zu klein gewordenen Hafens von Maxau - heute Yachthafen - wurde der Rheinhafen ab 1898 im Tiefgestade gebaut und 1901 eröffnet. Dadurch wurde Karlsruhe zum Rheinanlieger, obwohl die Stadtmitte ca. 7 km vom Rhein entfernt ist. Heute umfasst der  Hafen nach Aus- und Umbauten  6 Hafenbecken und ca. 300 ha Fläche. Kaianlagen und Lagerflächen (Freilager, Lagerhallen, Siloraum, Tanklager) sind durch Straße und Hafenbahn erschlossen. Rheinhafen und Ölhafen bilden zusammen die  Städtischen Rheinhäfen und gehören mit einem Umschlag von über 6 Mio T  (hauptsächlich Mineralölprodukte und Massengüter) zu den  größten Binnenhäfen Deutschlands (Duisburg/MA/KA) und Europas.  Die beiden Rheinhäfen zählen mit ca. sechstausend Arbeitsplätzen zu den wichtigsten Industrie- und Dienstleistungsgebieten der Stadt. Wegen der Überlastung der Bundesfernstraßen und der unzureichenden Transportkapazität der Bahn erwartet man einen weiteren Aufschwung - besonders im Containerverkehr direkt von der Nordsee in den Binnenhafen. Ein Plan für die Zukunft ist eine leistungsfähige Verbindung von Karlsruhe zum Mittelmeer durch den Ausbau des bestehenden  Rhein-Rhone-Kanals.

Durch die Fettweisstraße nach Nordosten zum Hafensperrtor

 
Hafensperrtor
Durch das Hafensperrtor kann der Ringdamm um den Hafen seit 1987 allseitig geschlossen werden. Schon 1999 gab es im Februar das zweite "Jahrhunderthochwasser" aber durch das geschlossene Hafensperrtor konnte diesmal eine Überflutung des Hafenbereichs vermieden werden. Das Tor wird bei Einstellen der Schifffahrt wegen Hochwassers bei einem Pegelstand von 7,50 m (Maxau) geschlossen. Vom Sperrtor bis zum Rhein sind es 600 m.


Blick vom Sperrtorübergang nach Osten
Der lange Verbindungskanal (Becken VI) führt vom Rhein zu den inneren Hafenbecken. Links die Containerbrücken, rechts ein Boot der Wasserschutzpolizei. Im Mittelgrund hinter dem Abzweig zum Becken V das Tanklager (Hinweis: eigentlicher Ölhafen flussabwärts bei der Raffinerie Miro). Ganz hinten links die hohen Lagerhallen der Wincanton GmbH und dann ganz hinten rin der Mitte mit dem hohen Schornstein das Heizkraftwerk-West.


Blick vom Sperrtorübergang nach Südwesten auf Kohlebandverladeanlage und Kraftwerk 
Im Bereich des Rheinhafen-Dampfkraftwerks unterscheiden sich die älteren Kraftwerksblöcke  deutlich durch Bauweise und Farbe von den jüngeren Gebäuden mit den hohen Schornsteinen aus der Zeit der Hochschornsteinpolitik (Verteilung von Schadstoffen durch die Abgabe in großer Höhe über eine sehr große Fläche und damit Verringerung der Schadstoffbelastung pro Flächeneinheit). Hier wird seit 1992 durch den Kraft-Wärme-Koppelbetrieb der größte Teil der Fernwärme für die Stadt erzeugt

 
Kraftwerksneubau
Ab 2008 wird das Rheinhafen-Dampfkraftwerk erweitert. Ein neuer Steinkohleblock (RDK 8) mit 120 m hohem Kesselhaus (rechts) und 230 m hohem Schornstein soll mit modernster Technik arbeiten (Wirkungsgrad > 46%, Absenkung des CO2 Ausstoßes, Fernwärme durch Kraft-Wärme-Kopplung, hohe Rauchgasreinigung) und 912  Megawatt Energie erzeugen. Das führte in Karlsruhe zu Ärger und Diskussionen wegen des Schadstoffausstoßes (Kohlendioxid, Feinstaub, Stickoxide). Ein weiterer neuer Gas- und Dampfturbinenblock ist geplant und soll hier einmal nach der Fertigstellung 400 Megawatt liefern. Der Schornstein mit der Rauchgasreinigung ist bereits fertig. Rechts zwischen den beiden Treppentürmen (120 m hoch) des Kesselhauses steht das Kesselgerüst.

Über das Sperrtor zur Schiffsmeldestelle an der Hafeneinfahrt

 
Hafenausfahrt, Vorhafen

Blick auf das Rheinhafen-Dampfkraftwerk. Hinter dem Tank im Mittelgrund entsteht der Kühlturm für den Kraftwerksneubau. Um den Kühlturm nicht übermäßig groß werden zu lassen, wird er - im Gegensatz zu den bekannt großen Naturzugnasskühltürmen - als Ventilatorkühlturm (ca. 80 m hoch) erbaut. Die Kühlluft wird beim Kühlbetrieb durch große Ventilatoren an der Basis des Bauwerks eingeblasen.

Von der Meldestelle die Straße nach Norden weiter

 
  Auwald

Den ersten Feldweg rechts ein kurzes Stück hinein

 
 Ruine Westwallbunker (Südseite), Regelbau 10
Im "Weidensaum" nördlich der Schiffsmeldestelle an der Hafeneinfahrt findet man noch eine relativ gut erhaltene  Bunkerruine des Westwalls. Die "Oberrheinstellung" an der Grenze zu Frankreich verlief im Karlsruher Raum östlich des Rheins weiter nach Norden. Südlich von Karlsruhe folgt der Westwall dem Grenzverlauf mit Frankreich durch den Bienwald (Pfalz ) in westnordwestlicher Richtung. Diese "Bienwaldstellung" wurde im Süden  Karlsruhes durch den "Ettlinger Riegel" im Hardtwald ergänzt.
Der Regelbau 10 (Baustärke B alt)  mit 1.50 m dicken Mauern war ein Gruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum und wurde vor oder bei Kriegsbeginn erbaut. Wie die meisten Bunker des Westwalls wurde er nach dem Ende des 2. Weltkriegs gesprengt und die Reste eingezäunt.  Fast alle Bunkerruinen wurden in der Folgezeit aus Sicherheits- oder Platzgründen gänzlich entfernt. Im Laufe der Zeit hat man aber den historischen (und mittlerweile ökologischen) Wert dieser Bunkerruinen  (vergleichbar einer Burg oder Festung) erkannt und bemüht sich, die noch vorhandenen Reste zu erhalten. In Baden-Württemberg stehen alle Ruinen des Westwalls seit 2005 unter Denkmalschutz.
 
Zurück, dann weiter auf Feldweg zum Knielinger See

 
Knielinger See
Der Knielinger See entstand Ende der 1950er Jahre als Kiesgrube/Baggersee im Bereich einer ehemaligen Rheinschlinge. Der Nordteil des Sees ist bereits seit 1980 Naturschutzgebiet. Nach der zwischenzeitlichen Planung eines Karlsruher Stadtteils am Rheinufer (Rheinstadt) und dem Ende der Baggerarbeiten 1985 ist der größte Teil des Sees und seines Umfelds heute Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet. Der Bereich um den See ist ein Angel- und Naherholungsgebiet. Der von Süden kommende Federbach durchquert den See. Durch diese Einleitung des nährstoffreichen Federbachs kommt es zur Eutrophierung (Nährstoffzunahme) und deshalb besonders im Sommer zu Sauerstoffmangel, so dass eine Sanierung des Sees dringend notwendig ist. Die 2011 vorgestellten Planungen sehen vor, Rheinfrischwasser durch den See zu leiten und den Federbach am See vorbeizuführen.
 
Weiter zum Tulladenkmal

 
Tulladenkmal - Der Gedenkstein besteht aus Granit mit großen, weißen Kalifeldspatporphyroblasten.
Rheinregulierung von Tulla: Durch die Begradigung wurden  Rheinschlingen abgeschnitten, Flußverlagerungen und damit ständige Grenzstreitigkeiten wurden verhindert. Der Flusslauf wurde verkürzt, hinter den Dämmen gab es keine Überschwemmungen bei Hochwasser mehr, die Schifffahrt wurde sicherer, neues Ackerland wurde gewonnen. Aber der Fluss hatte nun eine viel höhere Fließgeschwindigkeit und vertiefte infolgedessen sein Flussbett, was zu diversen Problemen (u.a. Grundwasserabsenkung, Versteppung) führte. Die Rheinkorrektion bedeutete gleichzeitig einen wichtigen Schritt im Kampf gegen die damals im Rheingraben vorkommende Malaria.
Die große Informationstafel im Vordergrund gehört zum überregionalen Projekt Rheinpark, das durch die Arbeit des Zweckverbands Pamina  geschaffen wurde. Der Zweckverband Pamina (Palatinat = Pfalz, Mittlerer Oberrhein, Nord Alsace) betreibt grenzüberschreitende Entwicklungsarbeit für den Raum.
Eingebettet in den Rheinpark ist der 
"Landschaftspark Rhein",  ein Karlsruher Naherholungsgebiet am Rheinufer, das bis zum Stadtgeburtstag 2015 fertiggestellt sein soll . . .

Auf den Rheindamm

Hinweis: Fahrrinne und Buhnen, Geschiebezugabe
 
Am Rheindamm nach Norden bis zum Hofgut


Hofgut Maxau
Der Name stammt vom Markgraf Maximilian von Baden, der die ehemalige Rheininsel 1835 erwarb, nachdem das Gebiet durch die Rheinregulierung von der Pfalz zu Baden gekommen war. Lange Zeit wurde vorwiegend Viehzucht betrieben, in den letzten Jahrzehnten dominierte der Ackerbau.  Im Zuge der Gestaltung des "Landschaftsparks Rhein" soll das Hofgut eine zentrale Stellung einnehmen. Es ist geplant, das frühere Gasthaus wieder zu eröffnen. Am Rheindamm sind Stufen zum Sitzen und Verweilen vorgesehen und außerdem will man einen Mehrgenerationenspielplatz anlegen. Eine "Rheinpromenade" zwischen dem Yachthafen im Norden  und dem Rheinhafen im Süden soll die Attraktivität für die Naherholung erhöhen.
 
Nach Norden bis zu den Rheinbrücken

 
Rheinübergang Maxau/Blick nach Westen

Von unten erkennt man, dass es sich hier um zwei Brücken handelt, eine (die linke Brücke) für den Schienenverkehr und die andere für den Kraftfahrzeug- und Fußgängerverkehr. Bei diesen Brücken handelt es sich um den einzigen Rheinübergang im Großraum Karlsruhe, was bei den morgendlichen und abendlichen Pendlerströmen regelmäßig zu Staus führt. Auch weil die Straßenbrücke in absehbarer Zeit umfassend saniert werden muss (wobei  größere Verkehrsbehinderungen vorauszusehen sind), wird über einen weiteren  Brückenbau diskutiert - bisher (März 2011) ohne Ergebnis.

Vor den Brücken nach Osten zur Stadtbahnhaltestelle Maxau


Straßenbahnhaltestelle Maxau
Die S-Bahn verbindet das Zentrum von Karlsruhe mit der Pfalz.

Rückfahrt in die Stadt

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