Nordweststadt

Die Nordweststadt ist ein relativ junger Stadtteil von Karlsruhe. Als eigener Teilbereich existiert sie erst seit 1975. Die meisten Häuser wurden nach dem 2. Weltkrieg gebaut, einzelne Bereiche stammen bereits aus der ersten Hälfte des 20. Jh.
Der Stadtteil wird heute im Westen von der schon 1914 in der Karte (s.u.) eingezeichneten Eisenbahnlinie begrenzt. Im Osten endet die Nordweststadt im Bereich des alten Flugplatzes, die Straßenbahnlinien S1/S11 kann man etwa als Ostgrenze ansehen. Die Südgrenze bilden Siemensallee und Moltkestraße, im Norden ist die Schweigener Straße die Stadtteilgrenze.


Bereich der Nordweststadt auf dem Ausschnitt einer  Karte von1914

Der Verlauf der braunen Höhenlinien und der Gewannname
"Rennbuckel" zeigen, dass das damals noch weitgehend unbebaute
Gelände eine schwach wellige Oberfläche hat. Es handelt sich
hier meist um - damals noch großenteils waldbedeckte -
Flugsandflächen (Sandgrube westlich der Telegraphenkaserne) und Binnendünen der Würmeiszeit.Der Name des zentral gelegenen Gewanns "Binsenschlauch" weist aber auch auf feuchte Bereiche hin.
Der Raum wird von einem Tiefenbereich (Rinne) durchzogen, der von Südwesten (Mühlburg) kommend nach Norden verläuft und an seinem Ostrand von einer Straße - der heutigen Hertzstraße - begleitet wird.

Große Teile im Süden der heutigen Nordweststadt waren früher Militärgebiet, worauf Karteneinträge wie Artillerie-Kaserne, Telegraphen-Kaserne, Exerzierplatz, Pulvermagazin, Schießstände hinweisen.

(<= Karte zum Vergrößern anklicken)


(Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000

des Großherzoglich Topographischen Bureaus
von 1914)


Bilder ohne Datum vom August 2009



Wappen der Nordweststadt
Der nach links oben zeigende Keil symbolisiert die Spitze einer Kompaßnadel, die nach Nordwesten zeigt. Die vermeintliche "Blume" rechts oben stellt ein Kastanienblatt dar. Die sieben Fiederblätter sind ein Hinweis auf sieben Teilbereiche des Stadtteils. Aus der Existenz verschieden alter Teilbereiche ergibt sich aber auch das Fehlen eines gemeinsamen Zentrums und eine gewisse Inhomogenität des Stadtteils.
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Die von Süden nach Norden verlaufende Hertzstraße teilt die Nordweststadt in einen westlichen und einen größeren, östlichen Bereich. Zunächst wird der östliche Bereich der Nordweststadt beschrieben.
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Westlich der Herzstraße verläuft die oben erwähnte etwa 2 - 3 m eingetiefte Rinne, in der sich Kleingärten und Sportplätze befinden. Der Tiefenbereich scheint laut der Geologischen Übersichtskarte 1 : 200000, Blatt Mannheim ein ehemaliger Flusslauf der Alb zu sein, die sich in die dortigen Flugsandfelder eingeschnitten hat.

   
Kleingärten           <=  Rinnenbereich zwischen Hertzstraße und Berliner Straße   =>      Sportanlagen


Der Blick vom Karlsruher Weg nach Norden soll die oben erwähnte Lage der Sportanlagen im Rinnenbereich andeuten: erkennbar ist der Anstieg zur Hertzstraße im Bereich unterhalb des Kirchturms im Hintergrund.


Deutlicher Anstieg aus der Rinne zur Hertzstraße - Kleingartenbereich südlich der Landauer Straße
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Die ältesten Teile der Nordweststadt liegen im Südosten des Stadtteils.

  
Städtisches Klinikum
Die älteren Gebäude der Nordweststadt sind alle noch aus Buntsandsteinquadern erbaut.




Kesselhaus des Klinikums


Hinweistafel zum Klinikum
Der Plan zeigt unten links die symmetrische Anlage des älteren Teils des Städtischen Krankenhauses und die späteren modernen Ergänzungen zum Klinikum Karlsruhe. Auf den Plan klicken, um größeres Bild mit Legende zu erhalten.


Die alten Gebäude wurden durch moderne Bauwerke ergänzt.


Moderner Bau im Bereich des Städtischen Klinikums

 
Im westlich anschließenden ehemaligen Kasernengelände findet man ebenfalls noch ältere Bauwerke.


Reithalle der ehemaligen Artilleriekaserne
Die Längsseite des großen Buntsandsteingebäudes ist durch Wandpfeiler, große Fenster und Dreiecksgiebelchen gegliedert.  Heute wird die Halle vom Reitinstitut Egon-von-Neindorff-Stiftung genutzt und steht unter Denkmalschutz.


Gewerbebetrieb im Bereich der ehemaligen Artilleriekaserne


Ehemalige Telegraphenkaserne in der Hertzstraße
Die
Universität (Westhochschule) nutzt heute die Gebäude.
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Ein neuerer Teil der Nordweststadt zeigt sich beim Blick über den alten Flugplatz.


Blick von Osten zur Nordweststadt
Im äußersten Osten des Stadtteils befindet sich der alte Flugplatz, der heute ein Naturschutzgebiet ist . . .


. . . und deshalb nur noch auf wenigen Wegen betreten/durchquert werden darf.

  
Zwischen Altem Flugplatz (rechts) und der Nordweststadt verläuft die Stadtbahn.


Haltestelle Kurt-Schuhmacher-Straße
Die Linien S1 und S11 führen von Bad Herrenalb und Ittersbach (Albtalbahn) durch Karlsruhe nach Hochstetten (Hardtbahn) und verbinden so die Nordweststadt mit dem Zentrum von Karlsruhe - und den Schwarzwald mit der Rheinniederung.  Der Wohnblock  im Hintergrund ist aber nicht  für den ganzen Stadtteil typisch. Obwohl im Südosten des Stadtteils große Baublöcke dominieren, wird das Bild der Nordweststadt in weiten Bereichen von kleineren Einheiten geprägt.

  
Kurt-Schuhmacher-Straße                                                     Friedrich-Naumann-Straße

In weiten Bereichen des Stadtteils dominieren Reihenhäuser.

  
Trierer Straße                                                                                      J.-Schmitt-Straße
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Der Straßenname leitet sich von dem Namen  des Gewanns "Binsenschlauch" her und erinnert an feuchte Bereiche im ehemaligen Sand- und Dünenfeld. Der Binsenschlauchweg bildet die Nordbegrenzung der unten beschriebenen Eigenhandbausiedlung.

   
Denkmal der Eigenhandbausiedlung
In den Notzeiten nach dem ersten Weltkrieg baute die Siedlergemeinschaft in Eigenarbeit Wohnhäuser im Bereich Binsenschlauch- weg/Poststraße/St.-Barbara-Weg und Hertzstraße  und bereitete damit den Weg für die Entstehung der Nordweststadt.

   
St.Barbara-Weg                                                                                    Postweg

Die meisten Häuser der Eigenhandbausiedlung sind zweistöckige Mehrfamilienhäuser mit rückwärtigen Gärten.


Hertzstraße

Die unterschiedliche Farbgebung der etwas größeren Häuser deutet verschiedene Besitzer an.

   
Hertzstraße 58-64                                                      Hertzstraße 38-44

Auch diese Häuser der Eigenhandbausiedlung sind "Reihenhäuser" mit jeweils vier Hausteilen.
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Heinrich-Köhler-Platz



Ein kleines Geschäftsszentrum bietet hier spärliche Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen . . .


. . . hat aber anscheinend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.


J.-Schofer-Straße
Ein kleiner Penny-Markt ergänzt das Versorgungsangebot. Da die Einkaufsmöglichkeiten in der Nordweststadt nicht ausreichen, soll hier in absehbarer Zeit ein wesentlich größerer Supermarkt entstehen.


Jakobuskirche
Der Glockenturm ist der Blickfang des evangelischen Gemeindezentrums. Im Jahr 2010 entwickelte sich zwischen der Kirchenleitung und der Kirchengemeinde eine heftige Diskussion über den Verkauf der Kirche an die evangelische Schulstiftung und die Umwidmung in eine Schule.


Wilhelmine-Lübke-Haus
Das große Gebäude in der Trierer Straße ist ein Altenwohnheim.


Wilhelm-Hausenstein-Allee: Humboldt-Gymnasium

Weitere größere Behörden, Dienstleistungs- oder Gewerbebetriebe gibt es im Nordteil des Stadtteils.


Bildungsakademie der Handwerkskammer . . .


. . . mit einem vielfältigen Ausbildungsangebot.


L'Oreal in der Hertzstraße
Das Kosmetikunternehmen hat eine Produktionsstätte in der Nordweststadt.





Hertzstraße: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg


CVUA: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt
Das Untersuchungsamt für Lebensmittel und Tiergesundheit befindet sich in der
Weißenburger Straße
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Bundesanstalt für Wasserbau in der Kußmaulstraße

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Glockenturm des Friedhofs der Nordweststadt


Aussegnungshalle des Friedhofs Nordwest

  
Ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen an der Dahner Straße
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Dürkheimer Straße
Eine historische Besonderheit ist der flache Grabhügel in der zur Entstehungszeit kaum besiedelten Rheinebene.


Infoschild beim Grabhügel

   
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Der westliche Bereich der Nordweststadt und ein Routenhinweis fehlen vorläufig noch.
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