Hohenwettersbach



Blick von Westen in Richtung Hohenwettersbach
Der Ort liegt in einer Senke der löß-/lößlehmbedeckten Flächen der Alb-Pfinz-Platten. Im Verlauf der Straße werden die ersten Häuser von Hohenwettersbach sichtbar.

        
Der Kontrast  "Taglöhnergärten" und "Schilling von Canstatt" gibt einen ersten Hinweis auf die Entwicklung des Orts vom Hofgut zum Stadtteil von Karlsruhe. Interessant ist auch die unten abgebildete alte Karte mit der Unterscheidung zwischen der Ortsgemarkung (nördlich) und der  Hofgutsgemarkung (südlich), wodurch unterschiedliche Entwicklungsphasen des Orts aufgezeigt werden.

Das im 13. Jh. hier existierende Dorf Durrenweterspach erleidet - u.a. möglicherweise wegen Wassermangels auf der Hochfläche - einen allmählichen Niedergang, so dass seine Ackerflur Anfang des 17. Jhs. vom Markgraf Karl Wilhelm erworben werden kann und in mehrere Hofgüter aufgeteilt wird. Dürrenwettersbach wird in Hohenwettersbach umgenannt.
Durch Heirat gelangt das Hofgut Hohenwettersbach in den Besitz des Freiherrn Schilling von Cannstatt. Die zur Bewirtschaftung des Hofguts notwendigen  Taglöhner hatten in der Kolonie des Hofguts zunächst  keinen eigenen Grundbesitz. Erst 1864 wurde die Gutskolonie neben dem Hofgut (große Gebäude im Zentrum) eine eigenständige Gemeinde, von der Hofgutsgemarkung wurde die Ortsgemarkung abgetrennt. Diese Trennung der Flur in zwei Gemarkungsteile bestand bis 1931. Das Dorf Hohenwettersbach wird 1972 von der Stadt  Karlsruhe eingemeindet.
Der in der südöstlichen Kartenecke liegende Batzenhof ist einer von mehreren großen Gutshöfen, die im Zuge physiokratischer Ideen (Wohlstand resultiert aus der Landwirtschaft) auf der Alb-Pfinz-Platte gegründet wurden. Der Batzenhof liegt an der von Norden nach Süden verlaufenden Ochsenstraße, einer uralten Verbindung zwischen Durlach und Pforzheim.
Mehrere Steinbrüche  ("Stbr." in der Karte) im Pfinzsandstein boten früher
manchen Hohenwettersbachern ein Einkommen  .

Hohenwettersbach auf einer Karte von 1914 (Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, Blatt Ettlingen)



Das Herrenhaus
Inmitten eines ummauerten Parks liegt das Herrenhaus der Schilling von Cannstatt, das in Hohenwettersbach "Schloss" genannt wird.


Hinweisschild

   
                                    Blick in den Park                                                                       Fassade des schlichten barocken Herrenhauses                   


Wirtschaftsgebäude des Hofguts der von Maffeischen (Frau I. von Maffei, geb. Schilling von Canstatt) Gutsverwaltung
Die landwirtschaftliche Nutzung wurde in den letzten Jahren von der Gutsverwaltung aufgegeben. Die Feldflächen um Hohenwettersbach bestellen momentan (2009) die umliegenden Gutshöfe. Demnächst soll ein großer Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Hofguts und des benachbarten Batzenhofs in zwei Golfplätze umgewandelt werden. 2009 wurden die Wirtschaftsgebäude verkauft. Der Architekt S. Essari (Fa. Artekt GmbH in Durlach) will einen Teil der Gebäude sanieren und einer neuen Nutzung (Wohn- und Bürolofts, Werkstattateliers) zuführen. Ein Teil soll abgebrochen und durch Reihenhäuser ersetzt werden.


Das Infoschild ist ein Hinweis auf den Qualitätsstandard der früheren Produkte des Hofguts.


Gebäude im großen Hof
Das zentral stehende Bauwerk war bis Anfang der 60er Jahre das "Milchhäusle" des Hofguts. Die gesammelte Milch wurde an die damalige Milchzentrale Karlsruhe geliefert.


Gesindehaus
Hier wohnten früher die Angestellten der Adelsfamilie. Später wurde es Sitz der Gutsverwaltung. Der rechte Teil des Gebäudes wurde nach Kriegszerstörung vereinfacht wieder aufgebaut. Im Keller des Hauses befindet sich ein ca. 40 m tiefer Brunnen, der früher für die Wasserversorgung von großer Bedeutung war.


Evangelische Kirche
Das
von den Grundherren erbaute Gotteshaus  ist ein relativ schlichter, barocker Bau.

   
Innenraum der kleinen Kirche und IHinweisschild an der Kirche


Die Taglöhnerkolonie in der Reihenstraße
In diesen Häusern  wohnten Taglöhner des Hofguts, die Kolonisten. Der Eindruck von winzigen Häusern ist etwas trügerisch, da die Gebäude an einem Hang (s.u) stehen und von hier nur der obere Teil sichtbar ist.



  
Das linke Bild (Haus Nr. 7) ist ein Beispiel für eine gelunge Sanierung. Das rechte Bild (Haus Nr. 9) zeigt, - besonders deutlich an den unterschiedlichen Dächern - dass zwei kleine Häuser zu einem Haus (s.u.) zusammengefasst wurden, um mehr Wohnraum zu gewinnen .

     
Bei diesen Bildern wird die Lage der Taglöhnerhäuser am Hang deutlich. Das rechte Bild zeigt das oben bereits abgebildete Haus Nr. 9 von unten als mehrstöckiges Gebäude.

  
Stall/Scheune und kleiner Hakenhof in der Wolfartsweiererstraße
Das kleine Gebäude links ist das ehemalige  "Ökonomiegebäude" eines Taglöhners. Unten links war der Stall, der Rest war die Scheune.  Das rechte Bild zeigt einen ehemaligen kleinen Hakenhof (Scheune steht rechtwinklig zum Wohnhaus), der wohl aus einem mehrfach umgebauten und erweiterten Taglöhnerhaus entstand.


Ehemaliger kleiner  Bauernhof in der Straße "Spitalhof"
Das Gebäude ist ein kleines quergeteiltes Einhaus (links Wohnteil, rechts Stall und Bergeräume). Der Straßenname Spitalhof (früher Spitalstraße) deutet auf  hier ehemals bestehenden Besitz des Spitals Ettlingen hin.


Ehemalige Kinderschule
In der Dürrenwettersbacher Straße steht das Buntsandsteinhaus der ehemaligen Kinderschule, heute ein Wohnhaus.


Tafel über dem kleinen Fenster an der Vorderseite des obigen Gebäudes
Die Inschrift, die auf dem Bild kaum zu erkennen ist, lautet: Kinderschule erbaut 1897 mit Hilfe des Grundherren Schilling von Cannstatt


Das Straßenschild erinnert an den früheren Namen von Hohenwettersbach


"Hochburg" Am Lustgarten 31
Das ehemalige Gasthaus "Zur Hochburg" wurde 1902 erbaut und ist ein schönes Beispiel eines Jugendstilgebäudes



Tafel in der Mauer unterhalb des kleinen Pavillons


Jugenstiltypisch ist die Verwendung verschiedener Materialien beim Hausbau: unten Werksteine aus Buntsandstein, dann glatter Verputz und oben links ein Fachwerkgiebelchen.


Hochburg: Jugendstilensemble aus Tür, Fenstern und schmiedeeisernen Kandelabern


Lustgartenhalle
Die Festhalle steht im Gelände des ehemaligen Lustgartens.


Alte Grenzsteine und Sühnekreuz im Lustgarten bei der Halle

  
Alte Grenzsteine
Linkes Bild: Die Kanne, das Wappen der Familie Schilling von Cannstatt, kennzeichnet die Hohenwettersbacher Seite des Grenzsteins.

  
Katholische Kirche St. Konrad
Das architektonisch Interessante dreiecksförmige Granit- und Betongebäude bildet einen besonderen  Kontrast zu den Hohenwettersbacher Häusern.

  
Der zentralartige Innenraum


Rathaus
Über der Eingangstür ist das Wappen von Hohenwettersbach eingelassen.




Da der seit Jahrhunderten badische Ort in seiner Anfangszeit zur Herrschaft Zweibrücken-Eberstein gehörte, zeigt das horizontal geteilte Wappen oben auf goldenem Grund den (halben) Zweibrücker Löwen  und unten auf silbernem Grund die Ebersteiner Rose.


Der Ortsbrunnen
Das wasserspeiende Zentrum ist von drei Bronzetafeln umgeben, die Bezug auf die Hohenwettersbacher Geschichte nehmen.

        
Den Zweibrücker Löwen und die Ebersteiner Rose zeigen die Tafeln links und rechts. Die mittlere Tafel zeigt Kirschen, Weizenähren und Wäscheklammern.
Kirschen: In Hohenwettersbach gibt es heute noch viele Kirschbäume, die früher ein wichtiges Nebeneinkommen der Taglöhner darstellten, heute aber kaum noch abgeerntet werden. 
Wäscheklammern: Die Taglöhner stellten auch kleinere Gegenstände - wie die Wäscheklammern - aus Holz her, um durch den Verkauf ein zusätzliches Einkommen zu erzielen.
Ähren: Die Ähren erinnern an den Hohenwettersbacher Braunweizen (s.o.)
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In der Tiefentalstraße (Ortsgemarkung) ändert sich das Dorfbild; hier findet man besonders auf der westlichen Seite etwas größere ehemalige Bauernhöfe.

  
Ehemalige bäuerliche Betriebe in der Tiefentalstraße

  
Teilweise sind die im Hintergrund quer stehenden Scheunen (Hakenhof) bereits zu Wohnhäusern umgebaut worden.

  
Geschäfte in der Tiefentalstraße
Bäckerei und Metzgerei liefern wichtige Produkte des täglichen Bedarfs - ein Einkaufszentrum/Supermarkt fehlt aber in Hohenwettersbach, so dass man die Situation der Nahversorgung nicht gerade als zufriedenstellend bezeichnen kann.
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Nach dem Krieg wurde das Bergdorf allmählich zu einem beliebten Wohnvorort von Karlsruhe.

  
Baugebiet Rehbuckel 1             <=  Blick  vom Lustgarten =>                  Baugebiet 50 Morgen


Rosengarten
Ein früher Ausbau erfolgte im Süden des alten Ortsteils, die Häuser der Siedlung haben steile Giebeldächer.


Auch die Häuser in der Seegasse haben noch relativ steile Dächer.
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Rehbuckel (Straße)
Die Baugebiete Rehbuckel 1 und 2 liegen im Nordosten von Hohenwettersbach. Flache Giebeldächer sind für das Baugebiet typisch.


Rehbuckel (Straße)
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Baugebiet Rotenbüschle
Das Baugebiet im Bereich der westlichen Streuobstwiesen erregte Anfang der achtziger Jahre großen Ärger, weil die meisten bereits verkauften "Baugrundstücke" dann wegen des Erhalts der Streuobstwiesen nicht bebaut werden durften, wodurch die  Käufer dieser Grundstücke viel Geld verloren. Das rechte Bild zeigt hier bereits recht eigenwillige Dachformen.


Streuobstwiesen im Gewann Rotenbüschle
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Baugebiet 50 Morgen
Dieses Neubaugebiet liegt im Osten von Hohenwettersbach, flache Dächer dominieren bei dieser Ausbauphase. Die Straße "Alter Weinberg" erinnert daran, dass das Hofgut in eigenem Ausbau lange Jahre vorzüglichen Hohenwettersbacher Wein und Sekt produzierte. Im Zuge einer Betriebsumstellung wurden die Weinstöcke entfernt und das ehemalige Rebland später als Baugebiet verkauft . . .

  
Straße Ochsenwiese: die isohypsenparallelen Wohnstraßen sind verkehrsberuhigt, hinter dem Verkehrsschild ist die Einfahrt in eine der Tiefgaragen, die unter den rückwärtigen Gärten der nächsten Häuserzeile liegen. Begrünte Dächer sind ein Zeichen ökologischen Bauens.

  
Straße Dachsbau           <= Verkehrsberuhigte Zonen  =>          Straße Köpfle
Unterschiedliche Architektur der Reihenhauszeilen, die von der Haupterschließungsstraße "50 Morgen" abzweigen.


Straße Birkenwäldle
Die Bebauung folgt den Konturen des Baugebiets, um den hügeligen Eindruck des Gebiets zu bewahren.


An der oberen Hügelkante des Wohngebiets dominieren abwechslungsreich gestaltete Einzelhäuser.

  
Die Hügelkuppe wird von einem Kinderspielplatz eingenommen.


Vom Kinderspielplatz hat man einen weiten Blick bis zum Nordschwarzwald. Der einzeln stehende Berg am Horizont (in der Mitte rechts) ist der Mahlberg östlich von Malsch.

Bilder vom Juli 2009

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