Hohenwettersbach

Bilder vom Juli 2009


Blick von Westen in Richtung Hohenwettersbach
Der Ort liegt in einer Senke der fruchtbaren löß-/lößlehmbedeckten Flächen der Alb-Pfinz-Platten. Im Verlauf der Straße
werden die ersten Häuser von Hohenwettersbach sichtbar.


        
Der  Kontrast  "Taglöhnergärten" und "Schilling- von-Canstatt-Str." gibt  einen  ersten  Hinweis auf die  Entwicklung
des Orts vom Hofgut zum Stadtteil  Karlsruhes.
Die unten abgebildete alte Karte mit der Unter-scheidung zwischen 
der  Ortsgemarkung (nördlich) und der  Hofgutsgemarkung (südlich) zeigt u
nterschiedliche Entwicklungsphasen des
Orts auf.


   
1914                                             Hohenwettersbach                                         2014
Der im 13. Jh. hier vorher existierende Ort Durrenweterspach erlitt - u. a. möglicherweise  wegen   Wassermangels auf der Hochfläche - einen all-
mählichen  Niedergang, so dass seine Ackerflur  Anfang des 17. Jhs vom Markgraf Karl Wilhelm erworben werden konnte und in mehrere Hofgüter
aufgeteilt  wurde. Das Hofgut hier wurde dann in
Hohenwettersbach umgenannt. Durch Heirat gelangt später Hohenwettersbach in den Besitz des
Freiherrn Schilling
von Canstatt. Die zur Bewirtschaftung der Hofgutsgemarkung notwendigen  Taglöhner hatten zunächst  keinen eigenen Grund-
besitz. Erst 1864 wurde die  Taglöhnerkolonie neben dem  Hofgut (große Gebäude im Zentrum/roter Punkt) eine eigenständige  Gemeinde, von der
Hofgutsgemarkung wurde damals die Ortsgemarkung abgetrennt. Diese Trennung der Gemarkung in zwei Teile bestand bis zur Zusammenlegung
 1931.
Einige Steinbrüche (=> "Stbr." in  alter Karte) im  Pfinzsandstein der Umgebung boten früher manchen  Hohenwettersbachern ein  Einkommen.
Hohenwettersbach wird 1972 von Karlsruhe eingemeindet.

Der Kartenvergleich zeigt mit den Ortsteilen Rehbuckel, 50 Morgen, Rosengarten und Rotenbüschle das starke Wachstum dieses Karlsruher Vororts.
 Die  Bergwaldsiedlung im  Nordwesten gehört bereits zu  Durlach.
Der in der südöstlichen Kartenecke liegende Batzenhof ist einer von einigen großen
Gutshöfen, die im Zuge physiokratischer Ideen (Wohlstand resultiert aus der Landwirtschaft) auf der Alb-Pfinz-Platte gegründet wurden
. Der Batzenhof
liegt an der von Norden nach Süden verlaufenden Ochsenstraße, einer uralten Verbindung zwischen Durlach und Pforzheim.
(Quellen: links Topographische  Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich  Topographischen  Bureaus von 1914, Blatt  Ettlingen, rechts OpenStreetMap contributors, Ausschnitte, verändert.
 Der rote Punkt kennzeichnet jeweils die Lage des Hofguts)



Das Herrenhaus
Inmitten eines ummauerten Parks liegt das Herrenhaus der Schilling von Canstatt,
das in Hohenwettersbach "Schloss" genannt wird.


Hinweisschild

   
                                    Blick in den Park                                                                       Fassade des schlichten barocken Herrenhauses                   


Ehemalige Wirtschaftsgebäude des  Hofguts der von  Maffeischen (Frau von Maffei, geb. Schilling von Canstatt) Gutsverwaltung
Die landwirtschaftliche Nutzung wurde in den letzten  Jahren von der Gutsverwaltung aufgegeben. Die Feldflächen bestellen nun
  (2009) die umliegenden Gutshöfe. Die  Umwandlung eines großen Teils der landwirtschaftlichen  Nutzfläche des  Hofguts und des
benachbarten Batzenhofs zur Golfanlage Batzenhof als Landschaftsgolfplatz mit zwei Golfplätzen rückt mit der Genehmigung des
Bebauungsplans im  Herbst 2015 näher. 2009 wurden die  Wirtschaftsgebäude  verkauft. Der   Architekt S. Essari (Artekt GmbH in
 Durlach) will einen Teil der Gebäude sanieren und einer neuen Nutzung (Wohn- und Bürolofts, Werkstattateliers) zuführen. In der
ehemaligen Maschinenhalle (auf dem Bild nicht sichtbar) sollen z. B. sieben Reihenhäuser entstehen.

-------------------------------------------------------------------------- Nachtrag 2017--------------------------------------------------------------------------------
Der "Golfplatz Karlsruhe Gut Batzenhof" soll im Herbst 2017 für den Spielbetrieb geöffnet werden.
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Das Infoschild ist ein Hinweis auf den Qualitätsstandard der früheren Produkte des Hofguts.


Gebäude im großen Hof
Das zentral stehende Bauwerk war bis Anfang der 60er Jahre das "Milchhäusle" des Hofguts.
Die gesammelte Milch wurde an die damalige Milchzentrale Karlsruhe geliefert.



Gesindehaus
Hier wohnten früher die Angestellten der Adelsfamilie. Später wurde es der Sitz der Gutsverwaltung.
Der rechte Teil des  Gebäudes wurde nach  Kriegszerstörung vereinfacht wieder aufgebaut. Im Keller
des Hauses befindet sich noch ein ca. 40 m  tiefer Brunnen, der früher für die  Wasserversorgung von
Bedeutung war.



Evangelische Kirche
Das
von den Grundherren erbaute Gotteshaus  ist ein relativ schlichter, barocker Bau.

   
Innenraum der kleinen Kirche und Hinweisschild an der Kirche


Die Taglöhnerkolonie in der Reihenstraße
In diesen kleinen Häusern  wohnten Taglöhner des Hofguts, die Kolonisten. Der Eindruck
von ganz winzigen  Häusern ist etwas trügerisch, da die  Gebäude an einem  Hang (s. u.)
stehen und auf diesem Bild nur der obere Teil sichtbar ist.




  
Das linke Bild  ist ein Beispiel für eine gelunge Sanierung. Das rechte Bild (weißes Haus) zeigt, - besonders deutlich an
den unterschiedlichen Dächern - dass zwei kleinere  Häuser zu einem Haus (s. u.) zusammengefasst wurden, um mehr
Wohnraum zu gewinnen .


     
Bei diesen Bildern wird die Lage der ehemaligen Taglöhnerhäuser am Hang deutlich. Das rechte Bild zeigt das oben bereits abge-
bildete weiße Haus von unten als mehrstöckiges Gebäude.


  
Stall/Scheune und kleiner Hakenhof in der Wolfartsweiererstraße
Das kleine Gebäude links ist das ehemalige  "Ökonomiegebäude" eines früheren Taglöhners. Unten links war der Stall, der
Rest war die  Scheune.  Das rechte  Bild zeigt einen ehemaligen kleinen Hakenhof (Scheune steht rechtwinklig zum Wohn-
haus), der möglicherweise aus einem mehrfach umgebauten und erweiterten Taglöhnerhaus entstand.



Ehemaliger kleiner  Bauernhof in der Straße "Spitalhof"
Dieses Gebäude ist ein kleines quergeteiltes Einhaus (links Wohnteil, rechts Stall und Berge-
räume). Der Straßenname   Spitalhof (früher  Spitalstraße) deutet auf  hier ehemals bestehen-
den Besitz des Spitals von Ettlingen hin.



Ehemalige Kinderschule
In der Dürrenwettersbacher Straße steht das Buntsandsteinhaus der ehemaligen
Kinderschule, heute ein Wohnhaus.



Tafel über dem kleinen Fenster an der Vorderseite des obigen Gebäudes
Die Inschrift, die auf dem Bild kaum zu erkennen ist, lautet: Kinderschule
erbaut 1897 mit Hilfe des Grundherren Schilling von Canstatt



Das Straßenschild erinnert an den früheren Namen von Hohenwettersbach.


"Hochburg" Am Lustgarten 31
Das ehemalige Gasthaus "Zur Hochburg" wurde 1902 erbaut und ist ein schönes Beispiel
 eines Jugendstilgebäudes
.


Tafel in der Mauer unterhalb des kleinen Pavillons


Jugenstiltypisch ist die Verwendung verschiedener Materialien beim Hausbau: unten Werk-
steine aus Buntsandstein, dann glatter Verputz und oben links ein Fachwerkaufbau.



Hochburg: Jugendstilensemble aus Tür, Fenstern und schmiedeeisernen Kandelabern


Lustgartenhalle
Die Festhalle steht im Gelände des ehemaligen Lustgartens.


Alte Grenzsteine und Sühnekreuz im Lustgarten bei der Halle

  
Alte Grenzsteine
Linkes Bild: Die Kanne, Wappen der Familie Schilling von Canstatt, kennzeichnet die Hohenwettersbacher Seite des Grenzsteins.

  
Katholische Kirche St. Konrad
Das architektonisch interessante dreiecksförmige Granit- und Betongebäude bildet einen besonderen  Kontrast zu den Hohen-
wettersbacher Häusern.

  
Das als  Zentralraum gestaltete Innere


Rathaus
Über der Eingangstür ist das Wappen von Hohenwettersbach eingelassen.




Da der seit Jahrhunderten badische Ort in seiner Anfangszeit zur Herrschaft Zweibrücken-Eberstein gehörte, zeigt das horizontal
geteilte Wappen oben
auf goldenem Grund den (halben) Zweibrücker Löwen  und unten auf silbernem Grund die Ebersteiner Rose.


Der Ortsbrunnen
Das wasserspeiende Zentrum ist von drei Bronzetafeln umgeben, die Bezug auf die Hohenwettersbacher Geschichte nehmen.

        
Den   Zweibrücker Löwen und die  Ebersteiner Rose zeigen die beiden Tafeln links und rechts. Die mittlere Tafel zeigt Kirschen, Weizenähren
 und  Wäscheklammern.
Kirschen: In  Hohenwettersbach gibt es heute noch viele Kirschbäume, die früher ein wichtiges Nebeneinkommen der
Taglöhner darstellten, heute aber kaum noch abgeerntet werden. 
Wäscheklammern: Die  Taglöhner stellten auch kleinere  Gegenstände - wie
die Wäscheklammern - aus Holz her, um durch den Verkauf ein zusätzliches Einkommen zu erzielen .
Ähren: Die Ähren erinnern an den Hohen-
wettersbacher Braunweizen (s. o.)

 
In der Tiefentalstraße (Ortsgemarkung) ändert sich das Dorfbild; hier findet man auf der westlichen Seite etwas größere ehemalige Bauernhöfe.

  
Ehemalige bäuerliche Betriebe in der Tiefentalstraße

  
Teilweise sind die im Hintergrund quer stehenden Scheunen (Hakenhof) bereits zu Wohnhäusern umgebaut worden.

  
Geschäfte in der Tiefentalstraße
Bäckerei und Metzgerei liefern wichtige Produkte des täglichen Bedarfs - ein Einkaufszentrum/Supermarkt fehlt aber in
Hohenwettersbach, so dass man die Situation der Nahversorgung nicht gerade als zufriedenstellend bezeichnen kann.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bergdorf allmählich zu einem beliebten Wohnvorort von Karlsruhe.

  
Baugebiet Rehbuckel 1             <=  Blick  vom Lustgarten =>                  Baugebiet 50 Morgen


Siedlung Rosengarten
Ein früher Ausbau erfolgte im Süden des alten Ortsteils, die Häuser der Siedlung haben
steile Giebeldächer.


Auch die Häuser in der Seegasse haben noch relativ steile Dächer.
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Rehbuckel (Straße)
Die Baugebiete Rehbuckel 1 und 2 liegen im Nordosten von Hohenwettersbach. Flache
Giebeldächer sind für das Baugebiet typisch.



Rehbuckel (Straße)
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Baugebiet Rotenbüschle
Das Baugebiet im Bereich der westlichen Streuobstwiesen erregte Anfang der achtziger Jahre großen Ärger, weil die
meisten der bereits verkauften "Baugrundstücke" dann wegen des  Erhalts der Streuobstwiesen nicht bebaut werden
durften, wodurch die  Käufer dieser  Grundstücke Geld verloren. Das rechte Bild zeigt  hier  bereits  recht eigenwillige
Dachformen.



Streuobstwiesen im Gewann Rotenbüschle
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Baugebiet 50 Morgen
Dieses   Neubaugebiet liegt im Osten von Hohenwettersbach, flache Dächer dominieren
bei dieser  Ausbauphase. Die Straße "Alter Weinberg" erinnert daran,dass das Hofgut in
eigenem Ausbau lange Jahre vorzüglichen Hohenwettersbacher Wein und Sekt erzeugte.
Im Zuge einer Betriebs
umstellung  entfernt man die Weinstöcke und das ehemalige Reb-
land wurde später als Baugebiet verkauft . . .


  
Straße  Ochsenwiese: die  isohypsenparallelen  Wohnstraßen sind verkehrsberuhigt, hinter dem Verkehrsschild ist die
Einfahrt in eine der Tiefgaragen, die unter den rückwärtigen   Gärten der nächsten  Häuserzeile liegen. Die begrünten
Dächer (rechts Bild) sind ein Zeichen ökologischen Bauens.


  
Straße Dachsbau           <= Verkehrsberuhigte Zonen  =>          Straße Köpfle
Unterschiedliche Architektur der Reihenhauszeilen, die von der Haupterschließungsstraße "50 Morgen" abzweigen.


Straße Birkenwäldle
Die Bebauung folgt den Konturen des Baugebiets, um den hügeligen Eindruck des Gebiets
zu bewahren.


An der oberen Hügelkante des Wohngebiets dominieren abwechslungsreich gestaltete Einzelhäuser.

  
Die Hügelkuppe wird von einem Kinderspielplatz eingenommen.


Vom Kinderspielplatz hat man einen weiten Blick bis zum Nordschwarzwald.
Der einzeln stehende Berg am Horizont (Mitte rechts) könnte der Mahlberg östlich
von Malsch sein.


Bilder vom Juli 2009


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