Natur- und Landschaftsschutzgebiet um den Knielinger See


Bereich des Knielinger Sees - Ausschnitt aus einer Informationstafel am Rundweg im Bereich des Sees
Der Knielinger See entstand Ende der 1950er Jahre als Kiesgrube/Baggersee im Bereich einer ehemaligen Rheinschlinge(s. u.). Der Nordteil des Sees ist bereits seit 1980 Naturschutzgebiet. Nach der zwischenzeitlichen Planung eines Karlsruher Stadtteils am Rheinufer (Rheinstadt) und dem Ende der Baggerarbeiten 1985 ist der größte Teil des Sees und seines Umfelds heute Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet. Der Bereich um den See ist ein Angel- und Naherholungsgebiet. Der von Süden kommende Federbach wird in einem Düker unter dem Rheinhafen durchgeleitet, fließt dann weiter in einem alten Rheinarm und mündet in den See. Doch die Einleitung von Nährstoffen durch den Federbach (und das Grundwasser) führt zur Eutrophierung (Nährstoffzunahme) des Sees und deshalb besonders im Sommer zu Sauerstoffmangel, so dass eine Sanierung des Gewässers dringend notwendig ist. Die 2011 vorgestellten Planungen sehen vor, Rheinfrischwasser durch den See zu leiten und den Federbach am See vorbeizuführen. Außerdem soll ein neues Auslaufbauwerk den Wasserspiegel des Sees erhöhen und damit den Grundwasserzufluß vermindern.

    
Zwei Karten zur Entwicklung der Landschaft im Bereich des Knielinger Sees (Ausschnitt der Karte ganz oben jeweils gekennzeichnet)
Links: alte Rheinschlingen                                                         Rechts: Situation um 1940
Die linke Karte verdeutlicht die frühere Situation im Bereich des heutigen Knielinger Sees in der Rheinaue. Das Tiefgestade wird hier von alten Rheinschlingen durchzogen. Die rechte Karte zeigt, dass der Knielinger See um 1940 noch nicht existierte.
Das heutige Hofgut Maxau ist auf beiden Karten eingezeichnet (M auf der linken Karte, Meierei auf der rechten). Auf der rechten Karte sieht man östlich der Gebäude der "Meierei" ein 
ovales Gebilde eingezeichnet: das war eine Entenfanganlage. Das Hofgut Maxau (früher Maximiliansau) hat seinen Namen von seinem damaligen  Besitzer, dem Markgraf Maximilan von Baden. Seit 2005 ist es im Besitz der Stadt Karlsruhe.
Quelle linke Karte: Karte von Thürach (1912) aus: Hartleb, Ludäscher, Mitlöhner: Der Wirtschaftsraum Karlsruhe. Veränderter Ausschnitt
Quelle rechte Karte: Karte des Reichsamts für Landesaufnahme, Zusammendruck 1941 aus der Karte des deutschen Reiches, veränderter Ausschnitt aus Blatt Umgebung von Karlsruhe, Durlach, Ettlingen u. Rastatt, 1 : 100 000, 1941. Letzte Nachträge stammen von 1939.
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Spaziergang von der Straßenbahnhaltestelle Maxau nach Knielingen
Bilder ohne Datum vom 12. März 2011

Man geht zunächst am Nordufer des Sees nach Osten.


Naturschutzgebiet, Nordufer des Knielinger Sees - Blick nach Süden



Blick über den Westteil des Sees
Im Mittelgrund rechts kann man hinter den Bäumen Gebäude des Hofguts Maxau erahnen, im Hintergrund das Rheinhafen-Dampfkraftwerk: von links der Schornstein, das Kesselhaus und der Kühlturm des im Bau befindlichen Kraftwerkblocks und dann Schornsteine eines älteren Blocks.

   
In Teilen des Naturschutzgebiets ist das Fischen erlaubt.

Nach der Brücke über den Federbach (Unterführung und Infotafel) biegt man nach Süden ab und kann auf einem Pfad (siehe Karte am Anfang) ein Stück am östlichen Seeufer entlanglaufen.


Blick über den See zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk

Bei einem Querweg geht man zurück zum Damm und dann auf diesem weiter nach Süden.


Hochwasserdamm
Von der östlich (hier links) anschließenden Burgau wird der Knielinger See durch einen Damm getrennt.

        
Landschaftsschutzgebiet (links) und Naturschutzgebiet (rechts) - Blick nach Osten
Landschaftsschutzgebiete unterliegen geringeren Nutzungsbeschränkungen als Naturschutzgebiete. Hier sieht man, dass im Landschaftsschutzgebiet noch gepflügt wird, im Naturschutzgebiet ist die Natur weitgehend sich selbst überlassen.


Röhricht im Naturschutzgebiet
Das Gebiet - im Plan ganz oben Nr. 4 - ist ein ausgedehntes Schilfdickicht in einer ehemaligen Rheinschlinge.


Rätselhafter Hügel am Hochwasserdamm
Beim Spaziergang auf dem Damm nach Süden wundert man sich zunächst über einen nicht in die Landschaft passenden Hügel direkt neben dem Weg.


Bunkerruine des Westwalls N 49° 01' 38,0'' und O 008° 19' 09,3''
Der Blick auf die Rückseite des Hügels zeigt, dass es sich um einen ehemaligen Bunker handelt, der gesprengt und weitgehend mit Erde überdeckt ist. Das Erdloch stammt wohl von einem Tier, das sich Zugang zu einem Hohlraum im Bunker verschafft hat. Die "Oberrheinstellung" an der Grenze zu Frankreich verlief im Karlsruher Raum östlich des Rheins weiter nach Norden. Im Bereich des südlichen Knielinger Sees kann man noch weitere Bunkerruinen (s. u.) finden.

Bei einem Waldarbeiterhäuschen biegt man links (nach Osten) ab und folgt dem Hauptweg erst im Wald, dann in Wiesengelände in Richtung Knielingen.


Mülldeponie West/Windmühlenberg
Blick über Feuchtwiesen nach Südsüdosten zur mittlerweile geschlossenen Mülldeponie. Drei Windkraftanlagen, eine Solaranlage auf der Südseite und die Nutzung des entstehenden Methangases machen die Deponie heute zum" Energieberg".

Vorbei an Kleingärten kommt man zum Holzbierebuckel.


Der Holzbierebuckel ist ein  künstlich aufgeschütteter Hügel. Er besteht aus überschüssigem Bodenmaterial vom Südtangentenbau. Hier endet das Naturschutzgebiet.

Von hier läuft man über die Albbrücke und die Eggensteiner Straße zur gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle.

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Rundweg von der Straße Im Schlehert durch den Bereich südlich des Knielinger Sees
Bilder ohne Datum vom 29. März 2011

Anfahrt mit Fahrrad oder KFZ. Zu Fuß ein weiter Anmarsch von der Endhaltestelle Rheinhafen der Linie 5
Man geht zunächst die Nordbeckenstraße nach Westen. Man biegt rechts ab und durchquert das Gewerbegebiet Schlehert bis zur Informationstafel (Punkt "i" im Plan unten)


Südlicher Bereich des Knielinger Sees
Veränderter Ausschnitt aus einer Informationstafel am Rundweg im Bereich des Sees. Der vorgeschlagene Rundweg folgt ab Punkt "i" der punktierten Linie.
 
Weiter nach Westen zur Brücke über den Federbach


Blick von der Federbachbrücke nach Süden


Blick von der Brücke nach Norden

   
Blesshuhn und Fischreiher
Beide Bilder sind aus dem großen Bild heraus vergrößert - deshalb unscharf.

Dem Weg nach Nordwesten folgen bis zum Seeufer


Ruine Westwallbunker
Die "Oberrheinstellung" an der Grenze zu Frankreich verlief im Karlsruher Raum östlich des Rheins weiter nach Norden. Bei diesem Bunker könnte es sich auch um einen Regelbau 10 (Gruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum) gehandelt haben. Wie die meisten Bunker des Westwalls wurde der Unterstand nach dem Ende des 2. Weltkriegs gesprengt und die Reste eingezäunt.  Fast alle Bunkerruinen wurden in den Jahrzehnten nach dem Krieg aus Sicherheits- oder Platzgründen gänzlich entfernt. Im Laufe der Zeit hat man aber den historischen (vergleichbar einer Burg oder Festung) und mittlerweile ökologischen Wert dieser Bunkerruinen erkannt und bemüht sich, die noch vorhandenen Reste zu erhalten. In Baden-Württemberg stehen alle Ruinen des Westwalls seit 2005 unter Denkmalschutz.


GPS N 49° 01' 15,6'' und E 008° 18' 54,7''

   

Am See biegt man in südlicher Richtung ab und kommt zu den Gebäuden des Anglervereins


Fischzucht/Bruthaus
Da der See wegen meist steil abfallender Ufer nur über wenig geeignete Laichplätze verfügt, betreibt der Anglerverein eine an den See angrenzende Brut- und Zuchtanlage zur Fischaufzucht. Hier werden u.a. Junglachse gezüchtet und dann in der Alb ausgesetzt. Als großer Erfolg bei der Wiedereinbürgerung des Lachses in Rhein und Nebenflüssen ist die Entdeckung (2011)  von Lachslaichplätzen in der Alb bei Dammerstock zu werten.

    



Blick über den ehemaligen Baggersee nach Norden
Im Hintergrund das Werk von Stora Enso in Maxau

Dem Weg weiter nach Westen folgen bis zur Straße am Rheindamm


Im Frühling noch lichter Auwald


Bunkerruine im "Weidensaum"
Nördlich der Schiffsmeldestelle findet man noch eine weitere Bunkerruine des Westwalls (GPS-Waypoint:  N 49° 01' 10,4'' und E 008° 18' 14,8'').

Auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt


Kraftwerk der EnBW
Bei der Schiffsmeldestelle blickt man aus dem Auwald auf die gewaltige Silhouette des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks.


Halbseitige "Brücke" über den Federbach
Hier kommt der Federbach unter der Straße scheinbar aus dem Nichts, denn eine Fortführung des Wasserlaufs ist auf der anderen Straßenseite nicht zu sehen.


Auslauf des Federbachs
Der Federbach unterquert den Hafenstichkanal in einem Düker und kommt hier wieder ans Tageslicht.


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