Kombilösung


Die Karlsruher Hauptstraße, die Kaiserstraße, ist  - durch den Erfolg der Stadtbahnen vom Stadtzentrum ins Umland - nun zur Hauptachse des Schienen-
verkehrs durch die Stadt geworden. Zur Hauptverkehrszeit fährt fast eine Bahn hinter der anderen durch die Karlsruher Einkaufsstraße. Was auf der einen
Seite die Erreichbarkeit des Zentrums fördert, ist aber nun andererseits zur Belastung der Fußgängerzone geworden. Deshalb wurde um die Jahreswende
2009/2010 von der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) mit dem Bau einer unterirdischen Strecke (U-Strab) begonnen, um so den
störend
 gewordenen Straßen-/Stadtbahnverkehr von der Oberfläche der Kaiserstraße in die Tiefe zu verlegen.


Unter der Kombilösung versteht man die  Kombination  des Tunnelbaus unter der  Kaiserstraße mit einem Straßentunnel in einem Abschnitt der
 Kriegsstraße.
Der Straßen-/Stadtbahn-Tunnel soll in West-Ost Richtung vom Helmholtz-Gymnasium bis fast zum Gottesauer Platz führen, am Markplatz
 gibt es einen unterirdischen Abzweig nach Süden bis zur Augartenstraße. Die
vielbefahrene, mehrspurige Kriegsstraße/B 10 erhält ungefähr vom Karlstor
 bis in die Ludwig-Erhard-Allee einen  Straßentunnel.  Auf diesem  Tunnel gibt es eine neue  Straßenbahnlinie durch die Kriegsstraße. Die innerstädtische
Barriere durch die  bisherige
"Stadtautobahn" wird durch den Straßentunnel (B 10) und die Umgestaltung der bisherigen B 10 aufgehoben.


Im diesem Kapitel wird die Bautätigkeit im Bereich der Kombilösung von 2009 bis 2011 beschrieben.

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2009 - Die ersten Vorarbeiten




Bohrgerät südlich des Ettlinger-Tor-Platzes
Probebohrungen
sollen für den  Tunnelbau genaue Informationen über den Untergrund liefern.
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2010 - Die Bauarbeiten beginnen


Der Infopavillon zur Kombilösungist Anfang 2010 schon relativ weit gediehen.
Im Innenraum des Pavillons werden nach der Fertigstellung  Informationen zur  Kombilösung zur Verfügung gestellt und von der er-
höhten
Aussichtsplattform am Westende wird man die Baugrube für U-Bahn und Straßentunnel am Ettlinger Tor betrachten können.


Europaplatz im Januar 2010
Der Platz vor der Postgalerie zeigt mit ersten  Baustellen ein ungewohntes  Bild: Das eingerüstete hohe Grenadierdenkmal
wird abgebaut und eingelagert, um so Platz für die Tunnelbaustelle zu schaffen. Am 22. Januar wurde in Anwesenheit von
 Prominenz und Gegnern der Kombilösung der Umbau der Kaiserstraße mit einem symbolischen Spatenstich begonnen.



Bauarbeiten in der Kaiserstraße
Um während der Bauarbeiten einen Straßenbahnbetrieb durch die Kaiserstraße aufrecht
erhalten zu können, wird hier eine Möglichkeit, bei dann eingleisigem Betrieb von einem
Gleis auf das andere zu wechseln, eingebaut.



Fußgängerzone
Ein interessanter Nebeneffekt der momentan gesperrten Kaiserstraße ist, dass die
Fußgänger sofort die gesamte Straßenbreite nutzen.


Baumfällarbeiten
Ein weniger schöner "Kollateralschaden" im Zuge der Bauarbeiten  an der U-Strab ist,
dass eine Anzahl von Bäumen im Bereich der zukünftigen Baugruben entfernt werden
muss. Ausgleichspflanzungen sind angekündigt . . .


! ! ! ! Die entsprechenden Kommentare (s. u.) ließen nicht lange auf sich warten ! ! ! !

       
Baumstümpfe mit Kommentar im Bereich Kaiserstraße/Lammstraße


Offensichtlich sind die Meinungen geteilt . . .
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Der Infopavillon
Er wurde Ende April 2010 eröffnet und bekam den Namen "K." (K-Punkt).

  
Ein Bistro lädt nun hier zum Verweilen ein.


Ausstellung
Informationen zur Kombilösung bietet ein großer Raum, der auch für diverse Veranstaltungen genutzt werden kann.


Blick über Ettlinger-Tor-Platz und Ettlinger-Tor-Zentrum 2010
Von der obersten Plattform des Infopavillons bietet sich ein Rundblick über die Platzfläche, eine der zukünftigen Baugruben der Kombilösung.
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Im Sommer 2010 wird die Kaiserstraße zur Baustelle


Europaplatz
Weite Bereiche um die zukünftige Baugrube sind nun abgesperrt.


Spundwand auf der Südseite des Europaplatzes


Baustelle zwischen Ritterstraße und Marktplatz
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Christuskirche
Die Baustellen nehmen zu: Ein weiteres Baufeld wurde im Bereich des Mühlburger Tors eingerichtet.
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Juli 2010


Baufeld an Kreuzung Kaiser/Waldhornstraße


Baufeld vor Karstadt
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August 2010


Baustelle Europaplatz
Die südliche Hälfte des Platzes ist nun Baustelle. Ganz rechts hinter dem Bauzaun befindet sich ein schmaler Durchgang
für die Fußgänger, Auf der nördlichen (linken) Hälfte fährt die Straßenbahn und ist ebenfalls ein Fußgängerbereich. In der
Mitte der  Baustelle erhebt sich das  Drehbohrgerät, das die Löcher für die Bohrpfähle der Südseite herstellt. Nach Fertig-
stellung der Bauarbeiten (alle Bohrpfähle als Wände, die Betonsohle  und der Betondeckel) an der südlichen Haltestellen-
hälfte wird die  Baustelle auf die  Nordhälfte des Europaplatzes verlegt. Die Straßenbahnen fahren dann auf der südlichen
Hälfte. Sind beide  Hälften fertig, verlaufen die  Schienen zunächst wieder in der  Mitte des  Europaplatzes und die Tunnel-
bohrmaschine bohrt sich dann später unterirdisch vom Durlacher Tor bis zum Mühlburger Tor.

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November 2010


Baufeld Haltestelle Lammstraße
Vor dem Kaufhaus Karstadt (links) haben die Arbeiten an der südlichen Hälfte der zukünftigen Haltestelle begonnen.



Baufeld Haltestelle Kronenplatz
Hier wird die erste Hälfte der zukünftigen Haltestelle - auf der nördlichen Seite von Berliner Platz/Kaiserstraße - gebaut.
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Dezember 2010

   
Blick von Osten                    Baustelle Europaplatz                    Blick von Nordwesten
  Kleine Bohrgeräte erzeugen die sogenannte Düsenstrahlsohle: mit hohem Druck wird  Beton tief in
den Untergrund eingepresst, um die Sohle (den Boden) der zukünftigen Haltestelle herzustellen
.


Kaiserstraße/Karstadt - Blick von Westen
An der zukünftigen Haltestelle Lammstraße wird nun nach einer zeitraubenden Behinderung durch eine
störende Mauer im Untergrund ebenfalls weiter gearbeitet, Da die Baugrube
bis an das Kaufhaus reicht,
sind hier besondere   Maßnahmen zur  Festigung des Untergrunds nötig: mit Hochdruck (HDI-Verfahren)
wird Zement in den Boden gedrückt, um den Untergrund zu stabilisieren.



2011


Europaplatz/Postgalerie im Januar 2011 - Blick von Nordosten
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Berliner Platz / zukünftige Haltestelle Kronenplatz
Nach Fertigstellung der Schlitzwände wird im Düsenstrahlverfahren im Untergrund die Haltestellensohle hergestellt.
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Ettlinger Tor
Gefällte Bäume und die Absperrungen im Hintergrund zeigen erste Aktivitäten am Baufeld Südabzweig.


Vorarbeiten am Ettlinger Tor
Freiräumen der zukünftigen Baustelle von Kabeln und Rohren. Das blaue Denkmal soll
im Zuge des Umbaus des Verkehrsknotenpunkts Ettlinger Tor im Frühjahr 2011 an das
Schwarzwaldkreuz (Kreuzung Südtangente mit Ettlinger Allee) umgesetzt werden

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Durlacher Tor, im Hintergrund das ehemalige Kinderkrankenhaus
Die Einrichtung des Baufelds für die Haltestelle Durlacher Tor bedingte auch hier das
 Fällen einiger  Bäume. Für jeden  gefällten  Baum sollen  zwei neue Bäume gepflanzt
 werden

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Europaplatz -
Gerät zur Herstellung der Baustellensohle im Hochdruckinjektionsverfahren (HDI-Verfahren).
Bei den  Silos im   Mittelgrund  wird eine  Zementsuspension hergestellt und mit  Hochdruck-
pumpen zu dem  Kettenfahrzeug im  Vordergrund  gepumpt. Von  dort  wird der Zement  mit
 hohem  Druck über  Düsen in 20 Meter  Tiefe gepresst. Im 
Untergrund entstehen so mit dem
vorhandenen  Sand und Kies Säulentrommeln, die dann nebeneinander den  Boden (Düsen-
strahlsohle) der zukünftigen Haltestelle bilden - und diese später gegen das Grundwasser
abdichten.

Der überschüssige  Teil der Zementbrühe fließt nach oben zurück, um zu hohen  Druck im
Untergrund zu vermeiden.

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Baustelle der zukünftigen Haltestelle Lammstraße
Diese Baugrube hat sich mittlerweile vom Kaufhaus Karstadt (hinten links) bis fast zum Marktplatz ausgedehnt.
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Europaplatz
Die Baugrube wird jetzt tiefer ausgebaggert.



Durlacher Tor - Bauarbeiten im Mai - Blick nach Osten in K-Wilhelm-Str
Hier wird ein Neubau errichtet - als Ersatz für das bisherige  Betriebsgebäude der Verkehrsbetriebe auf dem eigentlichen Baufeld.
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Kronenplatz - Baugrube im Mai



Europaplatz - Juli
Nach der Herstellung der Dichtsohle/Bodenplatte wird die Baustelle für die Herstellung des "Deckels" vorbereitet: Entfernen von
Bodenmaterial und der Rücklaufsuspension (siehe Bild vom 16. 02.2011) sowie Vorbereiten der Bohrpfähle.
Blick von Osten.
  BIld vom 12. 07. 2011)
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Wegen Platzmangels Materiallagerung und großer Kran in der Lammstraße
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Ettlinger Tor - Juli
Auch diese Kreuzung wird nun eine Baustelle, die den innerstädtischen Straßenverkehr weiter erschwert.
(Blick vom K-Punkt. Da das Bild aus drei Fotos zusammengesetzt wurde, sind Verzerrungen sichtbar.)
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Kronenplatz - Juli
Hier wird nun die Dichtsohle hergestellt - im rechten Bild das Hochdruckinjektionsgerät mit der zurücksprudelnden Zementsuspension




Europaplatz Ende August
Zur Zeit wird hier kein Baufortschritt sichtbar weil die Baustellensohle noch nicht ganz dicht ist. Insge-
samt ist man bei mehreren  Baustellen der U-Strab in der  Kaiserstraße aus diversen Gründen bereits
in Verzug.




Europaplatz Mitte Oktober

Der  "Deckel" kann immer noch nicht  erstellt werden, da die  Baustellensohle weiterhin nicht ganz dicht ist.
Die Baustelle hinkt nun bereits 10 Monate dem Zeitplan hinterher. So
verschiebt sich die Fertigstellung des
U-Strabtunnels weiter nach hinten.



Kaiserstraße/Lammstraße Oktober 2011
  Bohrpfähle werden vor dem Kaufhaus Karstadt eingebracht.


Kronenplatz Oktober 2011
Nach Fertigstellung der HDI-Sohle und der erfolgreichen Dichtigkeitsprüfung kann demnächst
mit dem Bau des "Deckels" begonnen werden.



Durlacher Tor Oktober 2011
Blick nach Westen über den ehemaligen Haltestellenbereich. Das helle Hochhaus im Hintergrund
 ist das Maschinenbaugebäude von TU/KIT. Die gesamte ehemalige Haltestelle "Durlacher Tor" ist
entfernt, der ganze Platz wurde ein großes Baufeld.


   
Die Straßenbahn umfährt nun den Platz im Norden, die Haltestelle wurde in die östliche Kaiserstraße ("Durlacher Tor/KIT Campus - Süd") verlegt.


Ettlinger Tor Oktober 2011
Blick vom K-Punkt nach Nordwesten - das Baufeld vor dem Ettlinger-Tor-Zentrum wurde ausgeweitet.


Europaplatz im November
Durch das Einpressen von Weichgel in den Untergrund wurde die Baustellensohle - also der
spätere Boden der U-Bahnstation - nun endgültig abgedichtet, so dass die Vorbereitungen für
die Herstellung des "Deckels" beginnen können.



Die Bohrpfahlköpfe (links unten) und der Boden der Baustelle werden für den Weiterbau vorbereitet.



Europaplatz im Dezember
Auf dem geglätteten  und verdichteten  Boden im  östlichen Bereich entstand hier jetzt eine dünne  Betonschicht (Sauberkeitsschicht), die den Untergrund
 für den eigentlichen Deckel der U-Bahnstation bildet. Im Hintergrund ist bereits die Stahlbewehrung des zukünftigen zwei Meter dicken Deckels vorbereitet
worden
.


Im mittleren Bereich der Baustelle Europaplatz ist der "Deckel" betoniert.

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